Ein Halbjahr, das jede Erwartung übertrifft: Safran hat am Dienstag Zahlen vorgelegt, die selbst optimistische Analysten überrascht haben. Die Aktie sprang zeitweise auf 345,70 Euro und zog damit auch den CAC 40 spürbar nach oben.
Der Grund liegt in einer Kombination aus Rekordmarge und angehobener Jahresprognose. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der bereinigte Umsatz um 19 Prozent auf knapp 17,6 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn kletterte um 29 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro — die Marge erreichte mit 18,4 Prozent einen Rekordwert, ein Plus von 140 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr. Unter dem Strich wuchs der Nettogewinn um gut ein Fünftel auf 1,9 Milliarden Euro.
Triebwerksgeschäft als Wachstumsmotor
Treiber der Entwicklung ist das zivile Triebwerksgeschäft. Safran lieferte im ersten Halbjahr 1.030 Leap-Triebwerke aus — 41 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und bereits das vierte Quartal in Folge mit über 500 ausgelieferten Einheiten. Die Leap-Triebwerke treiben sowohl die Boeing 737 Max als auch etwa jeden zweiten Airbus A320neo an.
Parallel dazu entwickelte sich das Ersatzteilgeschäft besser als erwartet. Vor allem CFM56-Triebwerke profitierten von einem günstigen Werkstattmix, was die Nachfrage nach Ersatzteilen kräftig ansteigen ließ. Konzernchef Olivier Andriès sprach von einer sehr starken Cash-Generierung von 2,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr.
Im gleichen Zeitraum kaufte Safran rund 2,6 Millionen eigene Aktien im Gesamtwert von 804 Millionen Euro zurück, um sie einzuziehen. Das Programm untermauert das Vertrauen des Managements in die eigene Bilanz und dürfte dem Kurs zusätzlichen technischen Rückhalt geben.
Angehobene Ziele für das Gesamtjahr
Die guten Zahlen veranlassten Andriès, die Prognose für 2026 deutlich anzuheben. Der bereinigte operative Gewinn soll nun zwischen 6,4 und 6,5 Milliarden Euro liegen — an beiden Enden der Spanne 300 Millionen Euro mehr als zuvor in Aussicht gestellt. Beim Umsatzwachstum peilt der Konzern nun einen mittleren Zehner-Prozentsatz an, nachdem zuvor ein niedriger bis mittlerer Zehner-Prozentsatz avisiert war.
Auch beim freien Cashflow schraubte das Management die Erwartungen nach oben: 4,7 bis 4,9 Milliarden Euro sollen es nun werden, ebenfalls rund 300 Millionen Euro mehr als bislang geplant. Höhere Auslieferungen an Boeing und Airbus sowie ein stärkeres Ersatzteil- und Servicegeschäft bilden die Basis für den Optimismus.
Mit 345,70 Euro notiert die Aktie noch unter ihrem Jahreshoch von 360,80 Euro. Der Kurssprung markiert eine Neubewertung der Ertragskraft, die der Markt Safran für den Rest des Jahres zutraut.
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