Das Rating bleibt, der Ton ändert sich. JPMorgan-Analyst David Perry hat seine Kaufempfehlung für Safran bestätigt, Kursziel weiterhin 400 Euro, Einstufung „Overweight“. Soweit die gute Nachricht. Denn Perry schreibt in seiner Analyse vom 22. April auch, dass die Risiken für die europäische Luftfahrtindustrie zunehmen, und Safran taucht dabei an einer wenig schmeichelhaften Stelle auf.
Bewertungsrisiko, nicht Kaufsignal
Perry unterscheidet in seiner Analyse sauber zwischen zwei Risikokategorien. Die größten finanziellen Risiken sieht er bei MTU und Melrose. Die größten Bewertungsrisiken hingegen bei Rolls-Royce und Safran. Das ist ein Unterschied, den Anleger nicht überlesen sollten. Ein „Overweight“-Rating bedeutet eben nicht, dass alles in Ordnung ist, sondern nur, dass Perry die Aktie auf dem aktuellen Niveau noch für kaufenswert hält, trotz der Bewertung.
Safran SA Aktie Chart
Hormus, Iran und Airbus im Hintergrund
Den Rahmen für diese Einschätzung liefert die Geopolitik. Die USA haben zwar eine Verlängerung der Waffenruhe angekündigt, doch die Straße von Hormus bleibt blockiert. Perry skizziert damit ein Szenario, das für die gesamte europäische Luftfahrtbranche keine ruhige See verspricht. Airbus hält er dabei für vergleichsweise robust in der Nachfrage, kämpft aber mit Auslieferungsproblemen. Safran als enger Zulieferer und Triebwerkspartner hängt an dieser Entwicklung mit drin.
Buy mit Fragezeichen
Wer jetzt auf ein klares Signal wartet, bekommt keines. Perry sagt im Grunde: Kaufen, aber Augen auf. Das Kursziel von 400 Euro steht, doch wer Safran im Depot hat, sollte wissen, dass er laut JPMorgan gerade eine der am höchsten bewerteten Aktien der Branche hält, in einem Umfeld, das gerade ungemütlicher wird. Ob 400 Euro dann noch realistisch sind, wenn Hormus offen und der Iran-Konflikt gelöst ist, bleibt Perrys Geheimnis.
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