Saab-Chef Micael Johansson hat eine technische Hürde weggeräumt — die Aktie beeindruckt das kaum. Mit einem Wochenverlust von 4,80 Prozent und einem Jahresverlust von fast 18 Prozent zeigt der Kurs, dass positive Schlagzeilen allein keinen Boden bilden.
Was Johansson klargestellt hat
Am 25. Juni wies Johansson Berichte zurück, wonach ein fehlender US-Datenfunk eine mögliche GlobalEye-Bestellung aus Kanada gefährden könnte. Kanadische Medien hatten zuvor berichtet, ein Deal könnte scheitern, falls Washington die Installation des amerikanischen Multifunction Advanced Data Link nicht genehmigt. Johansson erklärte gegenüber Dagens industri, Saab könne jede Art von Datenverbindung integrieren. Das Flugzeug sei dafür bereits weitgehend vorbereitet.
Die Aussage räumt ein Integrationsrisiko aus dem Weg. Sie ändert jedoch nichts am formalen Stand: Kanada hat Saab im Mai als bevorzugten Lieferanten für seine Luftfrühwarnung benannt — aber keinen Vertrag unterzeichnet.
Bevorzugter Lieferant, kein Auftrag
Kanadas Verteidigungsinvestitionsbehörde gab am 27. Mai bekannt, dass die Regierung Gespräche mit Saab als bevorzugtem Anbieter für eine neue Luftfrühwarnkapazität aufnimmt. Das GlobalEye-System basiert auf dem in Kanada gefertigten Bombardier Global 6500 und soll der Royal Canadian Air Force weitreichende Überwachungs- und Führungsfähigkeiten liefern — auch in der Arktis.
Die Behörde betonte ausdrücklich: Die Gespräche begründen keine Beschaffungsverpflichtung. Saab selbst formulierte es ähnlich vorsichtig. Verhandlungen laufen, ein Vertrag liegt nicht vor.
Kurs unter beiden gleitenden Durchschnitten
Die Kursdaten zeigen ein klares Bild. Saab schloss die Woche bei 25,01 USD — rund 13 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 28,62 USD und fast 19 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 30,82 USD. Der RSI liegt bei 33,7 und nähert sich überverkauftem Terrain, ohne dass ein Umkehrsignal erkennbar wäre.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 40,77 USD, erreicht Ende Januar, trennt den Kurs ein Abstand von fast 39 Prozent. Das 52-Wochen-Tief bei 23,29 USD ist dagegen nur noch 7 Prozent entfernt. Ein Rutsch darunter würde einen neuen Jahrestiefpunkt markieren.
Was als nächstes zählt
Am 17. Juli veröffentlicht Saab den Quartalsbericht für das zweite Quartal — um 7:30 Uhr MEZ, gefolgt von einem Webcast mit Johansson und Finanzchefin Anna Wijkander. Bis dahin bleibt der Kanada-Prozess das bestimmende Thema. Johanssons Klarstellung hat die Debatte um technische Hindernisse beruhigt. Ob Saab aus dem Gespräch einen echten Auftrag macht, entscheidet sich in den kommenden Wochen — und daran hängt letztlich auch, ob der Kurs seinen Abstand zum Jahrestief vergrößert oder weiter schrumpfen lässt.
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