Am 29. Juni reisen Schwedens Premierminister Ulf Kristersson und mehrere Minister nach Gdynia. Dort treffen sie ihren polnischen Amtskollegen Donald Tusk — und eine konkrete Ankündigung zur U-Boot-Kooperation ist geplant. Für Saab-Aktionäre könnte das der entscheidende Moment werden.
Drei A26-U-Boote für Polen
Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz hat den Termin bereits mit einem Vertragsabschluss verknüpft. Laut Polskie Radio soll in Gdynia der Kauf von drei A26-U-Booten der Blekinge-Klasse unterzeichnet werden. Das Paket umfasst neben den drei Hauptfahrzeugen auch ein Überbrückungsboot, Besatzungsausbildung und Verpflichtungen zwischen den beteiligten Regierungen und Unternehmen.
Saab hatte bereits im November 2025 bestätigt, dass Polen das A26-Angebot ausgewählt hat. Einen unterzeichneten Vertrag gab es zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Genau das ist der Unterschied, der zählt.
Das erste polnische A26-Boot soll laut Polskie Radio bis 2030 geliefert werden. Als Übergangslösung erhält Polen bereits im kommenden Jahr ein A17-U-Boot älterer Bauart.
Auftrag noch nicht gebucht
Die Veranstaltung am 29. Juni ist geplant — nicht abgeschlossen. Saab hat bislang keine neue Auftragsbestätigung veröffentlicht. Erst nach dem Termin werden Anleger wissen, ob ein Vertrag tatsächlich unterzeichnet wurde, welchen Umfang er hat und wann Saab Umsätze daraus verbuchen kann.
Die strategische Einbettung ist klar: Schweden und Polen kooperieren als NATO-Verbündete und EU-Partner im Ostseeraum. Die Gdynia-Gespräche basieren auf einer bilateralen strategischen Partnerschaft. Das verleiht dem Termin politisches Gewicht — ersetzt aber keine Auftragsmeldung des Unternehmens.
Aktie nahe Jahrestief
Der Kursrückgang der vergangenen Monate macht das Ereignis technisch noch relevanter. Die Saab-Aktie notiert bei 25,11 USD — rund 38 Prozent unter dem Jahreshoch von 40,77 USD vom Januar. Vom 52-Wochen-Tief trennen sie gerade noch knapp acht Prozent.
Der RSI liegt bei 33,8 und damit nahe am überverkauften Bereich. Die Aktie handelt deutlich unter ihren gleitenden Durchschnitten der letzten 50 und 200 Tage. Eine bestätigte Vertragsunterzeichnung könnte die Stimmung drehen. Bleibt die Meldung vage oder fällt der Auftragsumfang kleiner als erwartet aus, dürfte der Abwärtstrend anhalten.
Der nächste konkrete Datenpunkt: Sonntag, 12:30 Uhr, Gdynia — gemeinsame Pressekonferenz von Kristersson und Tusk.
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