Saab Aktie: Airbus-Partner nach FCAS-Scheitern

Nach dem FCAS-Aus verhandelt Airbus mit Saab über eine Partnerschaft. Europa droht eine Fragmentierung der Kampfjet-Entwicklung.

Auf einen Blick:
  • FCAS-Projekt endgültig gescheitert
  • Airbus sucht neue Partner
  • Saab als Schlüsselakteur positioniert
  • Europa droht Zersplitterung der Rüstungsprojekte

Die europäische Luftfahrtindustrie steht vor einer Neuordnung. Nachdem das milliardenschwere FCAS-Projekt im Juni 2026 endgültig gescheitert ist, sucht Airbus offenbar einen neuen Partner für die Entwicklung eines Kampfjets der sechsten Generation. Der Konzern führt Gespräche mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab.

Das FCAS-Programm war neun Jahre lang in Entwicklung. Dann zerbrachen die Fronten endgültig. Grund waren anhaltende Streitigkeiten zwischen Deutschland und Frankreich über die Projektführung und die Verwertungsrechte an geistigem Eigentum.

Geteilte Projekte, getrennte Wege

Nach dem Ende des gemeinsamen Projekts gehen die beteiligten Nationen nun eigene Wege. Deutschland und Spanien haben eine sogenannte „Team Gen 6“-Initiative gestartet. Die Federführung liegt bei Airbus. Ziel ist es, die bereits entwickelten Schlüsseltechnologien zu sichern und weiterzuentwickeln.

Frankreich verfolgt unterdessen einen nationalen Alleingang für einen eigenen Kampfjet der nächsten Generation. Das Ergebnis: mindestens drei verschiedene europäische Projekte für Kampfflugzeuge der sechsten Generation. Marktbeobachter warnen vor einer Fragmentierung der europäischen Rüstungsindustrie — und vor explodierenden Kosten.

Saab rückt in dieser Gemengelage in eine Schlüsselposition. Die Schweden stellen mit der Gripen einen etablierten Kampfjet, der bereits in mehreren Ländern im Einsatz ist. Eine Partnerschaft mit Airbus gilt als wahrscheinliche Alternative zum gescheiterten FCAS-Projekt.

Saab profitiert von steigender Nachfrage

Parallel zu den strategischen Gesprächen läuft die Produktion bei Saab auf Hochtouren. Schweden rüstet seine Streitkräfte angesichts der Spannungen im Baltikum massiv auf. Generalmajor Jonny Lindfors, Chef des schwedischen Heeres, betonte im Mai, dass die nationale Verteidigungsstrategie auf die rasche Wiederauffüllung der Bestände setzt. Besonders gefragt: Luftabwehrsysteme und Anti-Schiffs-Raketen.

Die operative Relevanz der Saab-Systeme zeigt sich auch im Alltag. Am 13. Juni 2026 stiegen schwedische JAS-39-Gripen-Jets auf, um russische Su-35- und Su-34-Kampfflugzeuge über der Ostsee abzufangen. Eine Verletzung des schwedischen Luftraums blieb aus. Der Vorfall unterstreicht jedoch die anhaltende Einsatzbereitschaft der Plattform in einem angespannten Sicherheitsumfeld.

Saab selbst rüstet sich für weiteres Wachstum. In Arboga sucht der Konzern eine neue Führung für die Hardware-Entwicklung — die Abteilung wächst um 15 bis 20 Mitarbeiter. Die US-Tochter Saab, Inc. baut parallel ihre Belegschaft in New York aus und sucht Spezialisten für Cybersicherheit.

Die Gespräche zwischen Airbus und den möglichen Partnern dürften die Zukunft der europäischen Luftfahrtindustrie maßgeblich bestimmen. Auf dem Spiel steht nicht weniger als die Frage, ob Europa einen eigenen Kampfjet der sechsten Generation entwickeln kann — oder ob die Zersplitterung die Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft schwächt.

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