Weniger Umsatz, aber deutlich mehr Gewinn — bei Saab klafft im zweiten Quartal 2026 eine auffällige Lücke zwischen Top- und Bottom-Line auseinander. Der schwedische Rüstungskonzern meldete am Freitag einen kräftigen Gewinnsprung, während die Erlöse spürbar zurückgingen. Ein zweiter Termin sorgte diese Woche für zusätzliche Aufmerksamkeit: ein milliardenschwerer Auftrag aus Deutschland.
Margen ziehen deutlich an
Der Nettogewinn kletterte im zweiten Quartal auf 2,17 Milliarden schwedische Kronen, nach 1,54 Milliarden im Vorjahresquartal — ein Plus von rund 41 Prozent. Das Ergebnis je Aktie stieg entsprechend auf 3,96 Kronen von 2,83 Kronen. Das operative Ergebnis (EBIT) legte auf 2,79 Milliarden Kronen zu, nach 1,98 Milliarden im Vorjahr.
Der Umsatz bewegte sich dagegen in die Gegenrichtung: Er fiel auf 19,79 Milliarden Kronen, nach 25,45 Milliarden Kronen im Vorjahresquartal. Die Zahlen zeigen damit eine deutlich verbesserte Profitabilität bei rückläufigen Erlösen — ein Muster, das sich meist über Projektabgrenzung und Margenmix in einzelnen Programmen erklärt. Die Aktie schloss am Donnerstag mit einem Minus von 0,71 Prozent bei 516,70 Kronen an der Stockholmer Börse.
Milliardenauftrag für deutsche Fregatten
Noch vor den Quartalszahlen sorgte ein neuer Großauftrag für Schlagzeilen. Saab hat mit der deutschen Werftengruppe TKMS einen Vertrag über rund 8,7 Milliarden Kronen unterzeichnet. Das Unternehmen liefert Kampfsysteme, Radartechnik und Kompositaufbauten für vier neue Fregatten der MEKO-A-200-DEU-Klasse der deutschen Marine.
Zum Lieferumfang gehören das 9LV-Kampfsystem samt Feuerleit- und Führungssystem sowie die Radarsysteme Sea Giraffe 4A und Sea Giraffe 1X. Der Vertrag enthält zusätzlich eine Option auf weitere Schiffe. Die Fregatten entstehen in Deutschland, TKMS fungiert als Hauptauftragnehmer.
Die Auslieferungen an TKMS sind für den Zeitraum zwischen 2029 und 2032 vorgesehen. Damit sichert sich Saab eine mehrjährige Ertragsbasis im deutschen Marinegeschäft, deren Wirkung auf die Konzernzahlen erst mit Beginn der Lieferphase sichtbar werden dürfte.
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