Die Zahlen von Ryanair überraschen positiv. Die Iren heben ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr an und rechnen nun mit einem Nachsteuergewinn zwischen 2,13 und 2,23 Milliarden Euro. Das wäre rund ein Drittel mehr als die 1,61 Milliarden Euro aus dem Vorjahr. Der Grund ist einfach: Die Ticketpreise steigen stärker als gedacht.
Noch im November hatte Ryanair mit einem Anstieg der durchschnittlichen Ticketpreise um 7 Prozent gerechnet. Jetzt korrigiert das Unternehmen diese Prognose nach oben auf 8 bis 9 Prozent. Die Buchungen für die ersten drei Monate des Jahres 2026 laufen besser als erwartet. Auch die Passagierzahlen werden nach oben geschraubt: Statt 207 Millionen Fluggästen erwartet Ryanair nun fast 208 Millionen für das Gesamtjahr.
Im dritten Quartal selbst sieht die Sache allerdings weniger rosig aus. Der Gewinn vor Steuern brach um 83 Prozent auf nur noch 24,4 Millionen Euro ein. Schuld daran ist vor allem eine Rückstellung über 85 Millionen Euro für eine italienische Geldstrafe. Die italienische Wettbewerbsbehörde hatte Ryanair im Dezember mit 256 Millionen Euro bestraft. Das Unternehmen hält die Strafe für unbegründet und will sie anfechten.
Boeing liefert früher als gedacht
Positiv wirkt sich aus, dass Boeing die bestellten Flugzeuge früher als erwartet ausliefert. Das ermöglicht Ryanair, die starke Nachfrage besser zu bedienen. Im dritten Quartal stieg die Zahl der Passagiere um 6 Prozent auf 47,5 Millionen. Die Auslastung blieb mit 92 Prozent stabil, während der durchschnittliche Ticketpreis leicht von 43 auf 44 Euro zulegte.
CFO Neil Sorahan zeigte sich in einem Interview zufrieden mit der Treibstoffabsicherung und erklärte, dass Ryanair die Dollar-Absicherung erhöht habe. Die letzten beiden Wochen seien die buchungsstärksten in der Unternehmensgeschichte gewesen.
Für das vierte Quartal bleibt Ryanair vorsichtig optimistisch. Zwar fällt Ostern dieses Jahr nicht in diesen Zeitraum, dennoch liegen die Ticketpreise über dem Vorjahresniveau. Anleger dürfen gespannt sein, ob sich der positive Trend fortsetzt.
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