Ryanair-Aktie: Standort Deutschland zu teuer

Ryanair reduziert BER-Angebot drastisch. Hohe Abgaben belasten den Luftverkehrsstandort Deutschland, Analysten sehen dennoch Kurspotenzial.

Auf einen Blick:
  • Ryanair zieht Maschinen aus Berlin ab
  • Deutschland mit hohen Flugkosten
  • Barclays sieht strategische Chancen
  • Analysten erwarten Kurspotenzial

Der Rückzug vom Berliner Hauptstadtflughafen ist nur die sichtbare Spitze eines größeren Problems. Ryanair kappt zum Winter sein BER-Angebot um die Hälfte, schließt die dortige Basis und zieht alle sieben stationierten Maschinen ab. Offiziell begründet der irische Carrier den Schritt mit angekündigten Gebührenerhöhungen von zehn Prozent für die Jahre 2027 bis 2029 — auch wenn die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg betont, dass die Verhandlungen noch laufen.

Der Flughafenverband liest die Lage klar: Das ist kein Konflikt zwischen Airline und Flughafen, sondern ein Urteil über den Luftverkehrsstandort Deutschland insgesamt.

Kostenunterschied macht den Unterschied

Die Zahlen sind ernüchternd. Ein Flug von Berlin nach Palma de Mallorca kostet Fluggesellschaften rund 7.600 Euro an Steuern und Abgaben — ab Warschau sind es nur etwa 4.400 Euro. Noch krasser der Unterschied bei Transatlantikverbindungen: Von Deutschland aus fallen für einen Flug nach New York rund 25.300 Euro an, von einem vergleichbaren europäischen Standort lediglich etwa 13.900 Euro.

Das strukturelle Problem liegt nicht primär bei den Flughafenentgelten selbst, die im europäischen Vergleich eher im unteren Bereich liegen. Entscheidend sind Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitsgebühr und Flugsicherungskosten in ihrer Summe. Und die Folgen sind messbar: Während Nachbarländer beim Passagieraufkommen teils deutlich gewachsen sind, verzeichnet Deutschland über die vergangenen zehn Jahre kaum Zuwächse.

Ryanair Holding Plc Aktie Chart

Wo Ryanair trotzdem punkten könnte

Barclays sieht in genau diesem Umfeld eine strategische Chance für Ryanair. Anhaltend hohe Treibstoffpreise dürften schwächere Wettbewerber zunehmend unter Druck setzen — und könnten Insolvenzen auslösen. Der Konzern stünde dann bereit, Vermögenswerte zu günstigen Konditionen zu übernehmen. Gleichzeitig dürfte das schwierige Marktumfeld Ryanairs Position in Debatten um Luftverkehrsteuern und Nachhaltigkeitsauflagen stärken.

Analysten sehen beim aktuellen Kurs von rund 61,35 Dollar ein Aufwärtspotenzial von gut 30 Prozent bis auf 80 Dollar — ein Kursziel, auf das alle drei in den vergangenen Monaten befragten Analysten einheitlich kommen. Ein offener Punkt bleibt allerdings: Für das Geschäftsjahr 2028 hat Ryanair bislang keine Treibstoffabsicherung vorgenommen. Bei volatilen Energiepreisen ist das ein Risiko, das Investoren im Blick behalten sollten.

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