Im September verzeichnete Ryanair ein Passagierplus von vier Prozent auf 20,1 Millionen Fluggäste. Die Sitzauslastung verharrte dabei im Vergleich zum Vorjahresmonat unverändert bei 94 Prozent.
Die operative Entwicklung des irischen Billigfliegers spiegelt eine anhaltend hohe Nachfrage wider. In den ersten neun Monaten des Jahres kletterte das Passagieraufkommen auf rund 167,5 Millionen Reisende.
Störungen im Luftraum erzwingen Streichungen
Gleichzeitig wurde der Flugbetrieb durch externe Faktoren beeinträchtigt. Ryanair führte im September mehr als 111.700 Flüge durch, musste im selben Zeitraum jedoch über 1.000 Verbindungen streichen.
Als wesentliche Ursachen für die Ausfälle nannte die Fluggesellschaft wiederholte technische Probleme der britischen Flugsicherung NATS sowie Streiks des Flugsicherungspersonals in Belgien. Hinzu kamen Beeinträchtigungen durch Vulkanasche infolge von Ausbrüchen des Ätna.
Vor rund einem Monat forderte das Ryanair-Management den Rücktritt von NATS-Chef Martin Rolfe, nachdem Softwareprobleme und Störungen in britischen Kontrollzentren zu weitreichenden Ausfällen im Streckennetz geführt hatten. Seither legte die Aktie um 2,7 Prozent zu.
Die Belastungen trafen nicht nur Ryanair. Auch Wettbewerber wie Wizz Air sahen sich mit operativen Herausforderungen konfrontiert und kündigten für die zweite Jahreshälfte eine Reduzierung ihres Flugangebots an.
Kapazitätsausbau im Winterflugplan
Ungeachtet der jüngsten Störungen setzt Europas größter Billigflieger auf weiteres Wachstum in südeuropäischen Kernmärkten. Für die anstehende Wintersaison kündigte das Unternehmen eine spürbare Ausweitung des Angebots in Italien an.
An den Mailänder Flughäfen Malpensa und Bergamo sollen im Winterflugplan insgesamt 8,7 Millionen Sitzplätze bereitgestellt werden. Das Programm umfasst 125 Routen, darunter zehn neue Winterverbindungen. Um dieses Angebot abzudecken, stockt die Fluggesellschaft ihre in Mailand stationierte Flotte auf 33 Flugzeuge auf.
An den Finanzmärkten sorgten die soliden Verkehrszahlen für eine leichte Beruhigung. Am Freitag schloss das Papier mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 23,72 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel dennoch einen Rückgang von 19 Prozent.
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