Steigende Nachfrage nach Strom klingt nach steigenden Preisen. RWE-Chef Markus Krebber widerspricht dieser Logik jedoch — und das mit einer überraschend klaren Prognose für die kommenden fünf Jahre.
Der Vorstandschef von Deutschlands größtem Stromerzeuger rechnet trotz wachsendem Verbrauch nicht mit spürbar höheren Kosten für Haushalte. Der Grund liegt in zwei gegenläufigen Effekten, die sich laut Krebber weitgehend neutralisieren. Kommt der Ausbau der Erneuerbaren und der Backup-Kraftwerke wie geplant voran, sinken die Erzeugungskosten durch das größere Angebot. Parallel dazu dürfte aber der notwendige Netzausbau die Netzentgelte steigen lassen. In der Summe erwartet Krebber daher eher stabile Kosten für Verbraucher.
Warum RWE die Verbraucherpreise trotzdem betreffen
Auffällig ist, dass RWE selbst gar keine Haushalte mehr belieferte. Der Konzern erzeugt Strom über Windräder, Gas- und Kohlekraftwerke sowie Solaranlagen und verkauft ihn an Großkunden wie Stadtwerke und Industrie. Krebbers Einschätzung ist damit weniger ein Signal zur eigenen Preispolitik als eine Markteinordnung aus der Perspektive des größten Erzeugers im Land — und deshalb für die gesamte Branche relevant.
Die Zahlen des Energiewirtschaftsverbands BDEW liefern den Rahmen für diese Einschätzung. Mitte Juni kostete die Kilowattstunde für Neukunden mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Schnitt 36,9 Cent, gegenüber 37,2 Cent zu Jahresbeginn. Von diesem Betrag entfielen 9,2 Cent auf Netzentgelte — genau jene Kostenkomponente, die Krebber künftig steigen sieht.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse sorgte die Aussage für keine große Bewegung. Die Rwe-Aktie notierte im XETRA-Handel zeitweise leicht höher bei 56,94 Euro, blieb im DAX aber weitgehend unverändert. Kein Wunder, dass der Markt hier gelassen reagiert — Krebbers Prognose betrifft strukturelle Trends über mehrere Jahre, keine kurzfristigen Gewinnaussichten des Konzerns.
Für Verbraucher bleibt die Botschaft dennoch relevant: Wer auf fallende Strompreise durch den Erneuerbaren-Ausbau gehofft hatte, dürfte von RWEs Einschätzung eher ernüchtert sein. Bundesnetzagentur und Verbraucherzentralen empfehlen weiterhin, Tarife regelmäßig zu vergleichen — angesichts stabiler statt sinkender Preise dürfte dieser Rat in den kommenden Jahren an Bedeutung nicht verlieren.
Rwe-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rwe-Analyse vom 14. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Rwe-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rwe-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
