Rwe bekommt im Heimatmarkt mehr Aufsicht – und setzt gleichzeitig im Ausland auf Wachstum. Genau dieses Spannungsfeld prägt die Story: Das Bundeskartellamt stuft den Konzern im deutschen Strommarkt als marktbeherrschend ein, während ein großer Turbinenauftrag in Großbritannien die Offshore-Pipeline absichert. Wie gut passt das zusammen?
An der Börse kam zuletzt Nervosität auf: Nachdem die Aktie gestern noch bei 54,82 € ein neues 52-Wochen-Hoch markiert hatte, rutschte sie heute auf 52,26 € ab (-4,67%). Auf Jahressicht bleibt das Bild dennoch stark (+70,67%).
Bundeskartellamt erhöht den Druck
Das Bundeskartellamt sieht RWE inzwischen mit deutlich gestiegener Marktmacht im deutschen Strommarkt. Grundlage ist die Messung sogenannter „pivotaler Stunden“ – also Zeiten, in denen ein Erzeuger unverzichtbar ist, um die Nachfrage zu decken. Die relevante Schwelle liegt bei 5% pro Jahr. RWE liegt laut Kartellamt mit 4,3 bis 11,1% darüber.
Treiber ist der Marktstrukturwandel: Mit dem Auslaufen von Reservekraftwerken im Frühjahr 2024 und weiteren Abschaltungen durch den Kohleausstieg wurde das Angebot knapper. Das erhöht die Abhängigkeit von großen Anbietern – und tendenziell auch die Preissensitivität im Markt.
Für RWE ist die Einstufung mehr als nur ein Etikett. Marktbeherrschende Betreiber dürfen Kapazitäten nicht gezielt zurückhalten, um Preise zu beeinflussen. Das Kartellamt kündigt an, das Verhalten künftig genauer zu prüfen.
Großbritannien: 1.380 MW mit Vestas – und KKR an Bord
Parallel setzt RWE ein klares Signal in Richtung Offshore-Ausbau. Für das britische Projekt Norfolk Vanguard West (1.380 MW) hat der Konzern einen festen Turbinenauftrag bei Vestas platziert: 92 Anlagen vom Typ V236-15.0 MW. Möglich wurde der Schritt, nachdem RWE in der britischen Allocation Round 7 einen Contract for Difference (CfD) gesichert hatte.
Der Fahrplan ist abgesteckt: Die finale Investitionsentscheidung soll im Sommer 2026 fallen, die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant. Der CfD ist mit 91,20 GBP/MWh hinterlegt. Zudem unterstreicht der Einstieg von KKR (50% an den Norfolk Vanguard Projekten) die „Capital-Light“-Ausrichtung über Partnerschaften; eine Non-Recourse-Projektfinanzierung läuft, der Abschluss wird noch in diesem Jahr erwartet.
Zahlen, Schulden und der nächste Termin
RWE plant für 2025 bis 2030 Investitionen von rund 35 Mrd. Euro – etwa 10 Mrd. Euro weniger als ursprünglich vorgesehen. Gleichzeitig lag die Nettoverschuldung per 30. September 2025 bei 15,7 Mrd. Euro. Der Geschäftsbericht soll zudem den Rahmen für die vorgeschlagene Dividende von 1,20 € je Aktie untermauern.
Der nächste konkrete Prüfstein steht schon fest: Am 12. März 2026 legt RWE die Jahreszahlen vor. Dann wird sich zeigen, wie robust die operative Basis ist – und wie der Konzern internationalen Ausbau und strengere Spielregeln im deutschen Strommarkt finanziell zusammenbringt.
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