RWE: 3,6 Milliarden für Amprion

Symbolbild, KI-generiert

RWE erhöht seine Ergebnisziele, investiert 3,6 Milliarden Euro in Amprion und stärkt mit 55 Prozent seinen Einfluss auf die Netzinfrastruktur.

Auf einen Blick:
  • Ergebnisziele für 2026 angehoben
  • Amprion-Anteil steigt auf 55 Prozent
  • Kapitalerhöhung bringt 4,0 Milliarden Euro
  • Aktie seit Jahresbeginn 33 Prozent höher

Der Energiekonzern Rwe treibt seine langfristige Wachstumsstrategie voran und setzt dabei auf eine Kombination aus stabilen operativen Erträgen und einem gezielten Ausbau der Infrastruktur.

Während das Unternehmen am gestrigen Donnerstag im Rahmen seiner konzerninternen Rückkaufprogramme für britische Gesellschaften erneut eigene Anteile erwarb, blicken Anleger vor allem auf die im Sommer deutlich angehobenen Ziele und die jüngsten Milliarden-Investitionen. Trotz eines leichten Kursrückgangs am Vortag notiert das Papier mit einem Schlusskurs von 60,18 € weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Erhöhte Prognosen und stabile Geschäftsentwicklung

Medienberichten zufolge hat RWE seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr korrigiert. Der Konzern rechnet nun mit einem bereinigten EBITDA in einer Spanne von 5,8 bis 6,4 Milliarden Euro. Zuvor war das Management von Werten zwischen 5,2 und 5,8 Milliarden Euro ausgegangen. Auch beim bereinigten Nettoergebnis zeigt sich das Unternehmen optimistischer: Hier wird eine Zielmarke von 1,95 bis 2,45 Milliarden Euro angestrebt. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie sieht die Planung für das laufende Jahr einen Mittelwert von 2,95 Euro vor.

Diese Zuversicht erstreckt sich auch auf das kommende Jahr 2027. Für diesen Zeitraum prognostiziert der Energieversorger ein bereinigtes Nettoergebnis zwischen 2,2 und 2,7 Milliarden Euro. Dies würde einem bereinigten Gewinn je Aktie von etwa 3,15 Euro entsprechen. Damit hat RWE die Messlatte für die kommenden Geschäftsjahre höher gelegt und unterstreicht die Ertragskraft seines diversifizierten Portfolios.

Milliarden-Investitionen in die Netzinfrastruktur

Ein zentraler Baustein der künftigen Ausrichtung ist die stärkere Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion. RWE traf am 22. Juni eine Vereinbarung mit fünf Aktionären des Investmentvehikels M31, um deren indirekte Anteile zu übernehmen. Für einen Kaufpreis von 3,6 Milliarden Euro erhöht der Konzern seine mittelbare Beteiligung an Amprion damit von zuvor 25,1 % auf künftig 55 %.

Diese strategische Entscheidung sichert RWE einen größeren Einfluss auf die Netzinfrastruktur, die für die Energiewende von entscheidender Bedeutung ist. Um derartige Großinvestitionen zu finanzieren, schloss das Unternehmen zeitgleich eine umfangreiche Kapitalerhöhung ab. Dabei wurden insgesamt 74,3 Millionen Aktien zu einem Preis von 54,00 Euro pro Stück platziert.

Die Emission, die sich aus neuen Aktien und bereits gehaltenen eigenen Anteilen zusammensetzte, spülte dem Konzern einen Bruttoemissionserlös von 4,0 Milliarden Euro in die Kassen.

Personelle Neuausrichtung und Marktposition

Neben der finanziellen und strategischen Ebene gab es im Sommer auch Veränderungen in der Führungsebene. Seit August ist Stefanie Wangemann als neue HR-Direktorin für den Konzern tätig. Sie übernahm die Position von Ulrike Pugh, die das Unternehmen verlassen hat. Dieser Wechsel in der Personalverantwortung markiert einen weiteren Schritt in der organisatorischen Weiterentwicklung des Energieunternehmens.

An der Börse wird dieser Kurs bislang honoriert. Seit Jahresbeginn konnte der Wert um 33 % zulegen. Die Aktie nähert sich damit wieder ihrem 52-Wochen-Hoch von 62,00 € an, das Ende April markiert wurde.

Diese Entwicklung spiegelt das Vertrauen der Investoren in die Fähigkeit des Konzerns wider, sowohl die Transformation des Energiemarktes mitzugestalten als auch gleichzeitig die finanzielle Stabilität zu wahren.

Die Fortführung der Aktienrückkäufe durch die Computershare Trustees Limited, die am gestrigen Donnerstag erneut 1.140 Stück für britische Konzerngesellschaften erwarben, unterstreicht die kontinuierliche Kapitalbewirtschaftung des Unternehmens.

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