Das Medien- und Technologieunternehmen Rumble hat seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei die Markterwartungen beim Umsatz deutlich übertroffen. Maßgeblich für das Wachstum war neben dem Kerngeschäft mit Videoplattformen vor allem die Integration der im Juni übernommenen Northern Data AG.
Mit einem massiven Ausbau der Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz (KI) unter der Marke Quake AI stellt das Management nun eine drastische Umsatzsteigerung für das laufende dritte Quartal in Aussicht.
Rekordumsatz und optimistischer Ausblick
Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete Rumble einen Rekordumsatz von 40,4 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und liegt signifikant über den durchschnittlichen Analystenschätzungen von etwa 31 Millionen US-Dollar.
Während das Segment Rumble Video einen Umsatz von 30,3 Millionen US-Dollar beisteuerte, lieferte die neu integrierte Tochter Northern Data bereits 10,1 Millionen US-Dollar zum Gesamtergebnis.
Besonderes Aufsehen erregte die Prognose für das dritte Quartal: Die Konzernführung rechnet mit einem Umsatzsprung auf 87 bis 93 Millionen US-Dollar. Dieser Optimismus stützt sich auf die steigende Nachfrage im Bereich der KI-Rechenleistung.
Die Nutzerzahlen der Plattform blieben derweil stabil; die monatlich aktiven Nutzer (MAUs) wurden mit 57 Millionen angegeben. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) im Vergleich zum Vorquartal um 20 Prozent auf 0,48 US-Dollar.
Massive Expansion im KI-Segment durch Quake AI
Das Unternehmen positioniert sich zunehmend als Infrastruktur-Anbieter für rechenintensive KI-Anwendungen. Laut CEO Chris Pavlovski verfügt Rumble über mehr als 20.000 NVIDIA-Grafikprozessoren der Typen H100 und H200. Die aktuelle Auslastung dieser Kapazitäten im Bereich Quake AI wird mit 80 bis 85 Prozent angegeben. Pavlovski identifizierte zudem ein enormes wirtschaftliches Potenzial in den noch ungenutzten Energieressourcen des Unternehmens.
Von den insgesamt verfügbaren Kapazitäten sind derzeit 250 Megawatt (MW) noch nicht monetarisiert, wovon sich 150 MW am Standort in Georgia befinden. Der CEO bezifferte die jährliche Umsatzchance durch die vollständige Vermarktung dieser Kapazitäten auf rund 3 Milliarden US-Dollar.
Aktuell erzielt das Unternehmen pro Megawatt einen Umsatz von etwa 6 bis 7 Millionen US-Dollar. Ein künftiger Fokus soll zudem auf der Unterstützung von Robotik-Anwendungen durch die Video-Expertise des Konzerns liegen.
Belastung durch steigende Verluste
Trotz des dynamischen Umsatzwachstums weitete sich der Nettoverlust im zweiten Quartal massiv aus. Dieser belief sich auf 79,1 Millionen US-Dollar, verglichen mit einem Fehlbetrag von 30,2 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Das Ergebnis pro Aktie (EPS) lag bei minus 0,28 US-Dollar. Die gestiegenen Kosten resultierten unter anderem aus Transaktionsgebühren in Höhe von 28,3 Millionen US-Dollar sowie Investitionen in den Ausbau der GPU-Flotte.
Die Liquidität des Unternehmens wird mit 220,5 Millionen US-Dollar beziffert. Analysten bewerten die weitere Entwicklung unterschiedlich: Während die Experten von Wall Street Zen ihr Rating zuletzt auf „Hold“ anhoben, stuft Weiss Ratings die Aktie weiterhin als „Sell“ ein.
Im heutigen Handel an der Börse reagierten Anleger positiv auf die Wachstumszahlen; das Papier steigt um 7,02 Prozent auf 6,10 €. Damit verringert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf nunmehr -21,79 Prozent. Parallel dazu zeigt sich ein verstärktes Interesse institutioneller Investoren; Medienberichten zufolge stockten Adressen wie Cooper Creek ihre Positionen zuletzt deutlich auf.
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