Rumble Aktie: 8,5 Prozent Plus auf 8,79 Euro

Rumble meldet einen 13,7-Milliarden-Dollar-Vertrag, plant neue Finanzierung und baut mit Northern Data sein KI- und Cloud-Geschäft aus.

Auf einen Blick:
  • Aktie gewinnt 8,5 Prozent
  • 13,7 Milliarden Dollar GPU-Vertrag
  • Kapitalaufnahme für Infrastruktur geplant
  • Rumble kontrolliert 85,2 Prozent Northern Data

Die Aktie von Rumble setzt ihre dynamische Aufwärtsbewegung fort und verzeichnet am heutigen Donnerstag einen Kursanstieg von 8,5 %. Damit notiert das Papier bei 8,79 € und nähert sich wieder dem jüngsten 52-Wochen-Hoch von 9,05 € an, von dem es derzeit nur noch rund 2,9 % entfernt ist. Nachdem Gewinnmitnahmen am Vortag den Aufwärtstrend kurzzeitig bremsten, rückt nun die fundamentale Neuausrichtung des Unternehmens in den Fokus der Anleger.

Kapazitätsausbau und Milliardenvertrag in Georgia

Hintergrund der starken Marktstimmung ist ein transformativer Vertrag über GPU-Infrastrukturdienstleistungen mit einem Volumen von 13,7 Milliarden US-Dollar. Die Vereinbarung mit einem bisher nicht namentlich genannten US-Cloud-Kunden hat eine Laufzeit von sechs Jahren und bezieht sich auf den Rechenzentrum-Campus des Unternehmens in Maysville, Georgia.

Im Rahmen dieses Geschäfts wurden dem Kunden zudem Optionsscheine gewährt, die zum Erwerb von bis zu 50,81 Millionen Class-A-Aktien berechtigen. Der Ausübungspreis liegt bei lediglich 0,01 US-Dollar pro Aktie, wobei die Zuteilung an das Erreichen spezifischer Abnahmemeilensteine geknüpft ist.

Trotz des massiven Auftragsvolumens stehen dem Unternehmen noch finanzielle Hürden bevor. In einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom Montag räumte Rumble ein, derzeit noch nicht über die erforderlichen finanziellen Ressourcen zu verfügen, um den Vertrag in vollem Umfang umzusetzen.

Zur Finanzierung der notwendigen Infrastruktur plant das Management daher die Aufnahme von frischem Kapital durch die Emission von Anleihen oder neuen Aktien.

Strategischer Fokus auf Künstliche Intelligenz

Parallel zum Ausbau der Hardware-Kapazitäten treibt Rumble die Integration von Hochleistungsrechnen (HPC) voran. Medienberichten zufolge sicherte sich das Unternehmen bereits am 17. August eine mehrjährige Vereinbarung mit Together AI, um Nvidia HGX B300 Blackwell-Systeme einzusetzen.

CEO Chris Pavlovski unterstrich die Ambitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz zudem durch die Gründung der spezialisierten Einheit „Quake AI“. Damit positioniert sich das Unternehmen direkt als Wettbewerber zu etablierten Infrastrukturanbietern wie CoreWeave oder der Nebius Group.

Ein wesentlicher Baustein dieser Strategie ist die verstärkte Kontrolle über den europäischen IT-Infrastrukturanbieter Northern Data AG. Wie am gestrigen Mittwoch bekannt wurde, haben Aktionäre von Northern Data im Rahmen eines Tauschangebots über 8,1 Millionen Aktien eingereicht.

Rumble hält damit nun einen Anteil von rund 85,2 % an der Gesellschaft. Diese Konsolidierung unterstreicht den Wandel von einer reinen Video-Plattform hin zu einem breit aufgestellten Anbieter für KI- und Cloud-Infrastruktur.

Geschäftszahlen und Analysteneinschätzungen

In den vergangenen Wochen zeigten bereits die Quartalsergebnisse eine deutliche Wachstumsdynamik. Im zweiten Quartal 2026 steigerte Rumble den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 61 % auf 40,4 Millionen US-Dollar, was die Markterwartungen übertraf.

Gleichzeitig fiel der Verlust pro Aktie mit 0,28 US-Dollar jedoch höher aus als prognostiziert. Für das dritte Quartal hat das Management die Umsatzprognose auf eine Spanne zwischen 87 Millionen und 93 Millionen US-Dollar angehoben.

Die Einschätzungen der Analysten fallen derzeit gemischt aus. Während Wall Street Zen die Aktie am 15. August von „Hold“ auf „Sell“ abstufte, vergab Financhill Research am 20. August in einem quantitativen Rating eine „Hold“-Einstufung mit einem algorithmisch ermittelten Kursziel von 22,00 US-Dollar auf Sicht von zwölf Monaten.

Zudem gab es Veränderungen in der Führungsebene: Direktor Paul Cappuccio schied am Freitag aus dem Board aus, woraufhin das Gremium auf fünf Mitglieder verkleinert wurde.

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