RTX, Rheinmetall und Aerovironment: Diese Rüstungs-Werte sind jetzt ein Blick wert

Defense-Werte unter genauer Beobachtung

Auf einen Blick:
  • 3 Gründe für die Sektor-Schwäche
  • RTX: Nahost-Kundschaft braucht neue Abwehrsysteme und Munition
  • Rheinmetall: Deutscher Rüstungschampions stärkt das Drohnengeschäft
  • AeroVironment: Aktie im Sonderangebot

RTX, Rheinmetall und AeroVironment: Diese Defense-Werte sind jetzt ein Blick wert

Ein Blick auf die Kursentwicklung von Rüstungsaktien seit Beginn des Jahres sorgt zunächst für Verwunderung. Während die geopolitische Lage angespannt ist wie lange nicht mehr, bleiben große Rüstungswerte bislang erstaunlich weit hinter den von Analysten 2025 deutlich angehobenen Kurszielen zurück. Die meisten Branchengrößen notieren sogar im Minus.

Das passt auf den ersten Blick nicht zu einer Welt, in der Konflikte zunehmen, Verteidigungsbudgets steigen und insbesondere Drohnen sowie deren Abwehr zu einem der wichtigsten militärischen Themen geworden sind. Wurde der Bogen überspannt oder was ist da los?

3 Gründe für die Sektor-Schwäche

Die Erklärung für die Performance-Schwäche liegt in mehreren Faktoren. Erstens kosten Kapazitätserweiterungen massiv Geld. Insbesondere in den USA wird von den Unternehmen verlangt, dass sie die Produktion vervielfachen. Daher investieren die Spieler in neue Werke und sichern heimische Lieferketten ab. Das belastet kurzfristig die Gewinnspannen und bewegt einige Investoren zu einer abwartenden Haltung.

Zweitens sehen wir klassische Gewinnmitnahmen nach extrem starken Vorjahren, insbesondere bei europäischen Rüstungswerten. Und drittens hat sich der Markt an die Nachrichtenlage gewöhnt. Was vor zwei Jahren noch Schock war, ist heute (leider) gewohnte Entwicklung. Kurzfristig führt das zu einer Art Ermüdungseffekt an der Börse, das sogenannte Sentiment ist eingetrübt.

Doch genau hierin liegt meines Erachtens eine attraktive Chance. Die ungünstige Marktstimmung hat die Aktien in fundamentale Regionen geführt, in denen das Chance-Risiko-Verhältnis sehr günstig geworden ist. Die aktuellen Konflikte – ob im Nahen Osten, der Ukraine oder in anderen Regionen – zeigen klar, dass Aufrüstung ein globales Thema ist. Schon seit Längerem wird vom Superzyklus in der Rüstungsbranche gesprochen.

Bei dem, was benötigt wird, gab es in den vergangenen 4 Jahren jedoch klare Veränderungen. Moderne Kriegsführung ohne Drohnen und ohne effektive Drohnenabwehr ist nicht mehr denkbar. Staaten investieren zwar weiterhin in „klassische“ Rüstungsgüter, doch die Ausgaben für Drohnentechnologie haben die größten Steigerungsraten.

RTX: Nahost-Kundschaft braucht neue Abwehrsysteme und Munition

Der US-Defense-Konzern RTX steht im Zentrum der aktuellen Entwicklungen. Im Nahen Osten, wo die arabischen Länder ihre Luftverteidigung auch auf Patriot-Systeme ausgelegt haben, werden täglich Flugabwehrsysteme und Lenkwaffen eingesetzt, um Bedrohungen aus der Luft – darunter zunehmend auch Drohnen – abzufangen. Systeme wie „Patriot“ oder die SM-3 und SM-6 Raketen (Standard Missile) von RTX spielen eine zentrale Rolle. Jede abgefangene Bedrohung bedeutet im Kern neue Nachfrage, denn die Bestände müssen wieder aufgefüllt werden.

Gleichzeitig wächst der Bedarf an integrierten Luftverteidigungssystemen, die klassische Raketenabwehr mit moderner Drohnenabwehr kombinieren. RTX liefert hier nicht nur Hardware, sondern komplette Systemlösungen. Die jüngsten Aufträge in Milliardenhöhe zeigen, dass die Nachfrage bereits heute da ist und nicht erst morgen.

Rheinmetall: Deutscher Rüstungschampions stärkt das Drohnengeschäft

In Europa positioniert sich zunehmend Rheinmetall durch Innovation und durch Kooperationen als Schlüsselanbieter im Bereich Drohnen und Drohnenabwehr. Besonders spannend ist ein neuer Drohnenauftrag, der sich aktuell anbahnt und das Potenzial hat, das Geschäftsfeld deutlich zu erweitern. In einer ersten Stufe wäre das Volumen im dreistelligen Mio.-Bereich, insgesamt könnte der Auftrag auf 2,4 Mrd. Euro ausgedehnt werden.

Hintergrund ist die wachsende Erkenntnis in Europa, dass eigene Fähigkeiten im Bereich unbemannter Systeme dringend aufgebaut werden müssen. Rheinmetall bringt sich hier als Systemintegrator in Stellung. Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Entwicklung von Abwehrlösungen gegen kleine, schwer erkennbare Drohnen.

Diese sogenannten Counter-UAS-Systeme werden in modernen Konflikten immer wichtiger, weil sie kostengünstige Bedrohungen effizient neutralisieren können. Kein Land kann mit Abwehrraketen, die Hunderttausende Euro kosten, langfristig gegen Drohnen für ein paar Tausend Euro bestehen. Rheinmetall adressiert damit einen der wichtigsten Märkte, der gerade erst entsteht und enormes Volumen verspricht.

Aerovironment: Aktie im Sonderangebot

AeroVironment schließlich zeigt exemplarisch, wie volatil dieser Sektor aktuell ist. Die Aktie hat im ersten Quartal einen massiven Einbruch erlebt, nachdem sie zuvor stark gestiegen war. Zwischenzeitlich kam es zu Kursverlusten von über 30% innerhalb kurzer Zeit. Auslöser waren unter anderem enttäuschte kurzfristige Erwartungen und Unsicherheiten rund um einzelne Programme. Doch fundamental bleibt die Story intakt.

AeroVironment ist einer der führenden Anbieter von Drohnen und sogenannter loitering munition ist, also fliegender Präzisionswaffen, die Ziele eigenständig suchen und bekämpfen können. Gleichzeitig baut das Unternehmen sein Geschäft im Bereich Drohnenabwehr und Sensorik weiter aus.

Die Nachfrage nach diesen Lösungen steigt weltweit rapide an, was sich auch in den Erwartungen an das Unternehmen widerspiegelt. Nach über 100% Wachstum in diesem Geschäftsjahr (endet 30.04) wird bei steigenden Margen auch für die kommenden beiden Jahre zweistelliges Umsatzwachstum erwartet. Der Kursrückgang könnte daher durchaus eine interessante Einstiegschance sein.

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