Der Zusammenschluss mit Sky Deutschland bekommt jetzt ein konkretes Preisschild – und das trifft die Belegschaft. RTL Deutschland und Sky bauen bis Ende 2027 rund 500 Stellen ab, der Großteil davon bereits im laufenden Jahr. Anleger reagieren gelassen, teils sogar positiv: Die Aktie legte am Donnerstag zeitweise zu und notierte am Nachmittag bei 32,275 Euro.
Synergien sollen 250 Millionen Euro bringen
Der Stellenabbau ist Teil eines größeren Plans. Innerhalb von drei Jahren will RTL durch die Fusion jährliche Synergien von 250 Millionen Euro heben – vor allem durch geringere Inhalte- und Sachkosten sowie den Abbau doppelter Strukturen. Bei RTL Deutschland arbeiten aktuell 5.326 Menschen, bei Sky sind es 2.170. Wie sich die 500 wegfallenden Stellen auf beide Unternehmen verteilen, blieb zunächst offen.
Das Unternehmen betont, der Abbau solle sozialverträglich ablaufen. Auslaufende Verträge werden teils nicht verlängert, offene Positionen nicht nachbesetzt – betriebsbedingte Kündigungen sollen so vermieden werden. Die Abstimmung mit den Betriebsräten läuft nach Unternehmensangaben bereits.
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe hatte die Konsequenzen der Übernahme schon im April angekündigt. Man werde die Organisation „weiter verschlanken“, hieß es damals – mit spürbaren Folgen für das Personal.
Der aktuelle Schritt reiht sich damit in eine längere Sparlinie ein: Bereits Ende 2025 hatte RTL Deutschland im Zuge einer Neustrukturierung den Abbau von rund 600 weiteren Stellen angekündigt, damals mit Verweis auf den Strukturwandel im Medienmarkt und die schwachen TV-Werbeerlöse.
Streaming statt Werbemarkt
Strategisch geht es RTL darum, unabhängiger vom kriselnden klassischen TV-Werbegeschäft zu werden. Sky bringt dafür sein Bezahlfernsehen und den Streamingdienst Wow ein, RTL selbst will das eigene Abo-Geschäft über RTL+ ausbauen. Gemeinsam investieren beide Unternehmen rund 2,5 Milliarden Euro jährlich in Inhalte – künftig sollen diese Mittel flexibler über die verschiedenen Plattformen verteilt werden.
Der Markt scheint die Rechnung mitzutragen: Kostensenkungen bei gleichzeitigem Ausbau des margenstärkeren Streaming- und Abo-Geschäfts gelten als Signal für eine robustere Ertragsbasis jenseits der Werbekonjunktur. Wie schnell sich die versprochenen Synergien tatsächlich in der Bilanz niederschlagen, dürfte sich spätestens an den Zahlen für 2027 ablesen lassen.
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