RTL bekommt einen neuen Chef in einem Moment, der kaum symbolischer sein könnte. Clément Schwebig übernimmt die Führung, während das Streaminggeschäft erstmals Gewinn schreibt. Für den Senderkonzern ist das mehr als eine Personalie. Der Umbau trifft auf ein Geschäft, das sich gerade sichtbar verschiebt.
Schwebig übernimmt den Konzern
Der Verwaltungsrat hat Clément Schwebig zum neuen CEO ernannt. Er folgt auf Thomas Rabe, der seit April 2019 an der Spitze stand. Rabe bleibt Executive Director und Mitglied des Executive Committee, um den Übergang zu begleiten.
Schwebig kennt die Gruppe aus früheren Jahren. Er startete seine Medienkarriere bei RTL und führte später mehr als ein Jahrzehnt Fernsehgeschäfte in Europa. Zuletzt kam er von Warner Bros. Discovery.
Auch im Finanzressort ändert sich viel. Alexander von Torklus soll bis Ende September 2026 CFO werden. Er wechselt im Juli 2026 als designierter Finanzchef zu RTL.
Björn Bauer geht zu BMG, dem Musikgeschäft von Bertelsmann. Von Torklus sitzt bereits im Board und soll nach seiner CFO-Ernennung Executive Director werden.
Streaming liefert erstmals Gewinn
Schwebigs Start fällt mit einem klaren Signal aus dem operativen Geschäft zusammen. Der Umsatz stieg im ersten Quartal auf 1,3 Milliarden Euro. Damit lag RTL leicht über der Konsensschätzung von 1,28 Milliarden Euro.
Der entscheidende Punkt liegt im Streaming. Der Bereich erzielte erstmals einen Quartalsgewinn. „Die ersten drei Monate 2026 markierten das erste profitable Quartal unseres Streaming-Geschäfts“, sagte Schwebig.
Die Streaming-Erlöse stiegen um 27 Prozent auf 141 Millionen Euro. Treiber waren mehr zahlende Nutzer, höhere Abo-Preise in Deutschland und schnell wachsende Werbung bei RTL+ und M6+.
Die Digitalwerbung legte um 14,6 Prozent auf 118 Millionen Euro zu. Das federte den Rückgang der TV-Werbung um 4,5 Prozent ab. Der alte Motor verliert weiter Zugkraft.
An der Börse reicht das für eine Erholung. Die Aktie steigt heute um 2,89 Prozent auf 30,25 Euro. Über 30 Tage bleibt dennoch ein Verlust von rund einem Fünftel stehen.
Prognose bleibt auf Kurs
Für 2026 hält RTL an seinen Zielen fest. Das Streaming soll einen Gewinn zwischen 25 und 50 Millionen Euro liefern. Damit rückt der Bereich aus der reinen Wachstumsphase heraus.
Auf Konzernebene peilt RTL ein bereinigtes Ergebnis von rund 725 Millionen Euro an. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 661 Millionen Euro. Das zeigt, wie wichtig der Beitrag aus Streaming und digitalen Anzeigen wird.
Fremantle blieb zum Jahresstart stabil. Die Sparte erzielte 372 Millionen Euro Umsatz, fast auf Vorjahresniveau. Ohne Währungseffekte wäre sie organisch um 4,2 Prozent gewachsen.
Der nächste operative Einschnitt folgt schnell. RTL plant, den Kauf von Sky Deutschland am 1. Juni abzuschließen. Der Deal hat ein Volumen von 150 Millionen Euro.
Bis Juli kommt von Torklus als designierter CFO hinzu, bis Ende September soll der Wechsel abgeschlossen sein. Dann trifft ein neues Führungsteam auf die Integration von Sky Deutschland und auf ein Streaminggeschäft, das nun Gewinn liefern muss statt nur Wachstum.
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