RTL Aktie: Schillerallee wird abgeschaltet

RTL stellt die Daily Soap nach mehr als drei Jahrzehnten ein. Die Aktie reagiert kaum, während Ufa nach Zukunftsoptionen für die Serie sucht.

Auf einen Blick:
  • RTL beendet Serienproduktion nach 2026
  • Fast 8.000 Folgen seit Serienstart
  • Ufa prüft weitere Serienperspektiven
  • RTL-Aktie zeitweise 0,47 Prozent höher

Nach mehr als drei Jahrzehnten ist Schluss: RTL zieht bei „Unter uns“ den Stecker. Die Daily Soap, seit November 1994 fester Bestandteil des Nachmittagsprogramms, wird über das Jahresende 2026 hinaus nicht mehr produziert.

Die aktuelle Staffel läuft noch bis März 2027, bereits gedrehte Folgen sollen bei RTL und im Streamingdienst RTL+ vollständig gezeigt werden. Fast 8.000 Folgen sind seit dem Start in Köln entstanden — nur „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ läuft im deutschen Fernsehen noch länger.

Kostendruck statt Quotenflaute

Als Begründung nennt der Sender „veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen für tägliche fiktionale Programme“ sowie die Entwicklung der Nutzung. Der Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung der Nachmittags- und Vorabendstrecke — tägliche Fiction-Formate gelten in der Produktion als vergleichsweise teuer, während sich das Zuschauerverhalten zunehmend Richtung Streaming verschiebt.

Für die Produktionsfirma Ufa Serial Drama ist das Kapitel damit nicht automatisch beendet. Ufa-Chef Sascha Schwingel bezeichnete „Unter uns“ als starke Marke mit „Erzählpotenzial“, das Unternehmen prüft eigenen Angaben zufolge Perspektiven für die Zukunft der Serie – etwa außerhalb des klassischen RTL-Nachmittagsslots.

Kaum Bewegung an der Börse

Der Kapitalmarkt nahm die Nachricht mit auffälliger Gelassenheit auf. Die RTL-Aktie notierte im XETRA-Handel zeitweise 0,47 Prozent höher bei 32,20 Euro — praktisch auf Vortagesniveau. Das Ende einer 30 Jahre alten Serie mag emotional wiegen, für die Ertragslage des Konzerns spielt eine einzelne Nachmittags-Soap aber eine untergeordnete Rolle.

Entscheidender für die Bewertung bleiben die laufenden Streaming-Erlöse und die Integration der Sky-Zahlen, die zuletzt für positive Impulse gesorgt hatten. Das Aus für „Unter uns“ liefert dazu keinen neuen Kurstreiber, sondern bestätigt lediglich den bereits eingeschlagenen Sparkurs im linearen TV-Geschäft.

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