Das zweite Quartal 2026 hat für RTL Group gut begonnen. Der Verkauf von RTL Nederland brachte im März einen satten Gewinnsprung. Gleichzeitig drücken sinkende Werbeerlöse aufs Geschäft. Die Aktie notiert bei 30,95 Euro – nur gut fünf Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 29,25 Euro.
Werbemarkt bremst Kerngeschäft
Die Kernbereiche Fernsehen und Produktion leiden. Niedrigere Werbeeinnahmen belasten sowohl den TV-Bereich als auch die Tocher Fremantle. Umsatz und EBITDA kommen unter Druck. Dagegen stemmt sich der Konzern mit einer klaren Digitalstrategie. Der Streaming-Dienst Videoland wächst weiter und soll die Verluste im linearen Geschäft abfedern.
Personalien und Strategie
Die Führungsriege der Branche ist in Bewegung. Björn Bauer, ehemaliger RTL-Manager, wechselt als CFO zum fusionierten Musikverlag BMG/Concord. Auch Kees Berghuis, früher Politikchef von RTL Nieuws, übernimmt eine neue Rolle als Chefredakteur von WNL. Beide Abgänge zeigen: RTL verliert erfahrene Leute an Wettbewerber.
Intern setzt der Konzern auf starke Eigenproduktionen. Das Finale von Let’s Dance Ende Mai 2026 soll Reichweite und Vermarktungserlöse sichern. Solche Formate bleiben das Rückgrat im Kampf gegen Streaming-Riesen.
Markt im Umbruch
Die technische Entwicklung läuft parallel. Der neue Rundfunkstandard DVB-I soll lineares Fernsehen und Streaming in einer einheitlichen Oberfläche zusammenführen. Für RTL bedeutet das eine Chance, die eigene Reichweite zu stabilisieren. Die europäischen Medienaktien bleiben jedoch unter Druck. Anleger bewerten zunehmend, ob die Digitalerlöse die klassischen Werbeverluste wirklich ausgleichen können.
Das Let’s Dance-Finale in der letzten Maiwoche wird ein erster Stimmungstest. Hält die Quote, könnte das den Kurs kurzfristig stützen. Entscheidend bleibt aber, ob RTL den Streaming-Umsatz nachhaltig steigert – denn die Talsohle bei den Werbeeinnahmen ist noch nicht erreicht.
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