RTL Aktie: Clément Schwebig wird neuer CEO

RTLs Streaming-Sparte erzielt erstmals Gewinn, während die Übernahme von Sky Deutschland kurz bevorsteht. Ein neuer CEO soll den digitalen Wandel vorantreiben.

Auf einen Blick:
  • Erster profitabler Quartalsabschluss im Streaming
  • Abonnentenwachstum auf 8,4 Millionen
  • EU genehmigt Übernahme von Sky Deutschland
  • Neuer CEO plant Stellenabbau und Digitalfokus

Erstmals in der Geschichte schreibt der Streaming-Bereich von RTL schwarze Zahlen. Gleichzeitig steht die Übernahme von Sky Deutschland kurz vor dem Abschluss. Ein neuer CEO übernimmt die Führung. Die Aktie notiert bei 31,65 Euro – das sind 1,4 Prozent mehr als am Vortag. Seit Jahresbeginn steht jedoch ein Minus von gut neun Prozent zu Buche.

Streaming: Vom Verlustbringer zum Gewinntreiber

In den ersten drei Monaten 2026 erzielte die Streaming-Sparte ihren ersten profitablen Quartalsabschluss. Die Zahl der zahlenden Abonnenten stieg um 18,8 Prozent auf 8,4 Millionen – verteilt auf Deutschland, Ungarn und Frankreich. Die Streaming-Erlöse legten um 27 Prozent auf 141 Millionen Euro zu.

Das Management rechnet für das Gesamtjahr mit einem operativen Gewinn zwischen 25 und 50 Millionen Euro. Zwei Partnerschaften untermauern das Wachstum: ein gebündeltes Abo mit HBO Max in Deutschland und ein Vertriebsdeal mit Amazon Prime Video in Frankreich.

Sky-Übernahme und neue Führung

Die EU-Kommission gab im April grünes Licht für den Kauf von Sky Deutschland. Der Abschluss wird im Juni erwartet. Entstehen soll ein Medienhaus mit rund 12,3 Millionen zahlenden Kunden im deutschsprachigen Raum – ein ernstzunehmender Konkurrent für globale Streaming-Plattformen.

Parallel dazu übernimmt Clément Schwebig, zuvor bei Warner Bros. Discovery, den CEO-Posten. Sein Ziel: den Streaming-Kurs verschärfen. Rund 600 Stellen in Deutschland sollen wegfallen, um Strukturen zu verschlanken und Mittel in digitale Geschäfte umzulenken.

Analysten zurückhaltend, Dividende üppig

Sieben von S&P Global befragte Analysten bewerten die Aktie im Schnitt mit „Halten“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 34,50 Euro – ein Aufwärtspotenzial von rund zehn Prozent. Die Spanne reicht von 30 Euro (J.P. Morgan, „Verkaufen“) bis zu 37 Euro.

Im Mai schüttete RTL eine Dividende von 5,50 Euro je Aktie aus – eine hohe Rendite. Möglich machte das auch der Verkauf der niederländischen Geschäftseinheit. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 6,1 und 6,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITA soll auf rund 725 Millionen Euro steigen – vorausgesetzt, der Werbemarkt bleibt stabil.

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