Die internationale Vermarktungstochter RTL AdAlliance baut ihre Präsenz in Südeuropa aus. Mit einem neuen Standort in Spanien und einer vertieften Kooperation mit dem Medienkonzern Atresmedia will die RTL Group spanischen Werbekunden direkten Zugang zu europäischen Werbeplätzen bieten. Die Gruppe positioniert das Bündnis gezielt als paneuropäische Alternative zu den großen US-Technologiekonzernen.
Am Aktienmarkt verpuffte der Schritt zur Wochenmitte zunächst. Die RTL-Aktie verlor heute 2,0 Prozent auf 28,95 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus im Kurs auf 16 Prozent.
Schulterschluss mit Partner Atresmedia
Für den Markteintritt greift der Medienkonzern auf ein etabliertes Netzwerk zurück. RTL hält rund 15 Prozent an Atresmedia. Das neue Vertriebsteam vor Ort führt Artur Kobryn gemeinsam mit Mattia Badino, Michela Bruno und Simone Rondena. Unterstützt wird der Start zudem von Atresmedia Publicidad.
Spanische Werbekunden erhalten damit künftig Zugriff auf crossmediale Angebote in mehreren Ländern. Die Atresmedia-Tochter Smartclip Spain vermittelt hierfür den Zugang zum European Video Marketplace. Diese Plattform bündelt Inventar für vernetztes Fernsehen und Onlinevideo in 14 europäischen Märkten.
Die Bündelung soll Werbetreibenden eine einfache Buchung grenzüberschreitender Kampagnen ermöglichen. Nationale TV-Sender und Streamingplattformen versuchen auf diesem Weg, verlorene Werbegelder von den dominierenden Digitalplattformen zurückzugewinnen.
Europäisches Mediennetzwerk als Gegenpol
Das vermarktete Angebot stützt sich auf Sendepartner aus führenden europäischen Märkten. Dazu gehören ITV im Vereinigten Königreich, Groupe M6 und France Télévisions in Frankreich sowie die italienische RAI. Hinzu kommen Kooperationen mit DPG Media in den Niederlanden und Belgien sowie die eigenen Sender der RTL Group in Deutschland.
Das Gesamtportfolio von RTL AdAlliance erreicht nach Unternehmensangaben täglich mehr als 150 Millionen Fernsehzuschauer. Zudem bedient die Einheit monatlich über vier Milliarden Einblendungen im Bereich Onlinevideo. Der Vermarkter beschäftigt weltweit insgesamt 250 Spezialisten.
Für den Medienkonzern ist die Erweiterung ein logischer Schritt im europäischen Werbemarkt. Ob die paneuropäische Ausrichtung ausreicht, um den anhaltenden Druck auf die Werbeeinnahmen im Kerngeschäft spürbar abzufedern, müssen die kommenden Quartale zeigen.
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