Ein deutliches Plus von über acht Prozent im vorbörslichen US-Handel: Ross Stores hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen klar übertroffen. Der Off-Price-Händler profitiert dabei nicht nur von steigendem Kundenandrang, sondern auch von einem unerwarteten Geldsegen aus Washington.
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar, die Vergleichsumsätze legten um 10 Prozent zu — angetrieben fast ausschließlich durch mehr Kundenfrequenz in den Filialen.
Der Nettogewinn schoss von 508 Millionen auf 851,3 Millionen Dollar hoch, das Ergebnis je Aktie stieg auf 2,66 Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur mit 1,95 Dollar gerechnet.
Zollrückerstattung als Sondereffekt
Ein gutes Stück dieses Sprungs geht auf eine Rückerstattung von rund 253 Millionen Dollar zurück, die aus zuvor gezahlten Zöllen unter dem International Emergency Economic Powers Act stammt. Der Effekt trug allein rund 60 Cent zum Gewinn je Aktie bei. Selbst ohne diesen Sondereffekt wäre die operative Marge um 205 Basispunkte gestiegen — deutlich mehr, als das Unternehmen selbst geplant hatte.
Konzernchef Jim Conroy sprach von einem starken Quartal, das sowohl auf neue Kunden als auch auf höheres Engagement bestehender Käufer zurückzuführen sei. Diese Kombination aus breiterer Kundenbasis und intensiverer Nutzung gilt als Signal, dass die jüngste Dynamik keine Eintagsfliege sein muss.
Ausblick angehoben, Expansion beschleunigt
Ross Stores hebt nun die Prognose für das Gesamtjahr an: Der Gewinn je Aktie soll zwischen 8,61 und 8,77 Dollar liegen, nach zuvor 7,50 bis 7,74 Dollar.
Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Vergleichsumsatzwachstum von 6 bis 7 Prozent, für das vierte Quartal mit 4 bis 5 Prozent — trotz schwierigerer Vergleichsbasis im zweiten Halbjahr.
Parallel zur besseren Prognose beschleunigt Ross Stores sein Filialwachstum. Die Zahl der geplanten Neueröffnungen für 2026 steigt auf 115 Standorte, davon etwa 90 Ross-Dress-for-Less- und 25 dd’s-Discounts-Filialen.
Im zweiten Quartal allein kamen 47 neue Läden hinzu. Jefferies reagierte auf die Zahlen mit einer Anhebung des Kursziels von 265 auf 285 Dollar und sprach von einem „erneuten Blowout-Quartal“ beim Umsatz.
Für das laufende Geschäftsjahr bleibt Ross Stores zudem beim Rückkaufprogramm auf Kurs: Insgesamt 1,275 Milliarden Dollar an eigenen Aktien sollen 2026 zurückgekauft werden, im zweiten Quartal waren es bereits 319 Millionen Dollar für 1,4 Millionen Aktien.
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