Sieben Reaktoren in Produktion, ein milliardenschweres Rückkaufprogramm und ein frisch unterzeichneter SMR-Vertrag — und trotzdem notiert die Aktie deutlich unter ihrem Allzeithoch. Das Spannungsfeld zwischen starker Fundamentalentwicklung und zögerlicher Kurserholung prägt Rolls-Royce in diesem Frühjahr.
Reaktorproduktion läuft auf Hochtouren
Im Derby-Werk entstehen aktuell sieben Reaktoren für das AUKUS-U-Boot-Programm. James Lowe, Director of Future Programmes bei Rolls-Royce Submarines, bestätigte auf der UDT 2026 in London einen weiteren Meilenstein: Der PWR3+-Reaktor hat Ende 2025 seinen kritischen Designreview erfolgreich abgeschlossen. „Wir haben jetzt eine Designbasis, die wir künftig optimieren werden, um die Anforderungen der britischen und australischen Marine zu erfüllen“, so Lowe.
Die Fertigungskapazität wächst entsprechend. Das Derby-Gelände wird effektiv verdoppelt, ergänzt durch Satellitenstandorte für zusätzliche Ingenieurskapazitäten. Das trilaterale AUKUS-Programm sieht mindestens drei Boote für Australien und zwölf für Großbritannien vor — im 18-Monats-Takt. Parallel dazu liefert Rolls-Royce die Antriebssysteme für die kommende Dreadnought-Klasse der Royal Navy.
SMR-Vertrag mit staatlicher Rückendeckung
Wenige Tage vor dem AUKUS-Update folgte ein weiterer Abschluss: Rolls-Royce SMR hat einen Vertrag mit Great British Energy – Nuclear unterzeichnet, der den Weg für die ersten Small Modular Reactors (SMRs) in Großbritannien ebnet. Drei Reaktoren sollen auf Anglesey in Nordwales gebaut werden und zusammen mindestens 1,4 Gigawatt erzeugen — genug für rund drei Millionen Haushalte über mehr als sechs Jahrzehnte.
Der genaue Vertragswert bleibt unveröffentlicht. Rolls-Royce hat Zugang zu einer Kreditfazilität von 599 Millionen Pfund über den National Wealth Fund; das Gesamtprogramm ist mit 2,6 Milliarden Pfund öffentlicher Mittel hinterlegt. Die finale Investitionsentscheidung wird für 2029 erwartet.
Rolls-Royce Holdings plc Aktie Chart
Rückkauf, Dividende und Ausblick vor dem AGM
Am 30. April findet die Hauptversammlung statt — und die Agenda ist dicht. Rolls-Royce hat ein mehrjähriges Rückkaufprogramm über insgesamt 7 bis 9 Milliarden Pfund für 2026 bis 2028 angekündigt, davon 2,5 Milliarden Pfund allein in diesem Jahr. Die Schlussdividende für 2025 beträgt 5,0 Pence je Aktie, womit die Gesamtdividende auf 9,5 Pence steigt.
Für 2026 peilt das Management einen operativen Gewinn zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund sowie einen freien Cashflow von 3,6 bis 3,8 Milliarden Pfund an. Bis 2028 sollen operative Marge und Gewinn weiter zulegen — auf 18 bis 20 Prozent Marge und bis zu 5,2 Milliarden Pfund Betriebsgewinn.
Die Aktie notiert aktuell bei 1.250 Pence und damit spürbar unter dem von Analysten genannten fairen Wert von rund 1.427 Pence. Ob die Hauptversammlung am 30. April als Katalysator wirkt, hängt vor allem davon ab, wie überzeugend das Management die Wachstumsdynamik im Power-Systems-Segment — und damit die Prämisse hinter der gesamten Bewertung — untermauern kann.
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