Leerverkäufer positionieren sich verstärkt gegen Rollins. Daten zum Leerverkaufsinteresse zeigen, dass die Short-Positionen bei dem US-Dienstleister zuletzt auf 27,8 Millionen Anteilsscheine angewachsen sind. Dies entspricht einem Anteil von 5,8 Prozent des frei gehandelten Aktienbestands.
Binnen eines Monats zog das Volumen der geliehenen Papiere um 134 Prozent an, womit sich die Wetten auf fallende Notierungen seit Spätsommer mehr als verdoppelt haben.
Der sprunghafte Aufbau dieser Positionen unterstreicht die wachsende Skepsis professioneller Marktteilnehmer vor den anstehenden Geschäftszahlen. Händler sichern sich zunehmend gegen Enttäuschungen ab oder setzen auf eine Fortsetzung der Kursschwäche.
Drohender Indexausschluss verschärft die Lage
Erschwerend kommt ein drohendes Ausscheiden aus den CRSP US Large- und Mid-Indizes bei der turnusmäßigen Überprüfung im Dezember hinzu. Für diesen Schritt wird eine Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent gesehen.
Um den Verbleib in den Leitindizes zu sichern, müsste die Aktie bis zum Stichtag Anfang Dezember über die Marke von 43,85 US-Dollar klettern. Ein Scheitern hätte spürbare Konsequenzen: Bei einer Streichung drohen automatische Verkäufe passiver Indexfonds in der Größenordnung von etwa 133 Millionen US-Dollar.
Ein solcher Mittelabzug würde das Angebot an frei handelbaren Stücken spürbar vergrößern. Für institutionelle Investoren, die strikt an die Benchmarkvorgaben gebunden sind, bliebe bei einer Reklassifizierung kaum Spielraum für ein Halten der Bestände.
Bilanztermin als richtungsweisender Test
Das Chartbild spiegelt diese Verunsicherung bereits wider. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Wertverlust von 43 Prozent. Am vergangenen Freitag ging der Titel im europäischen Handel bei 29,76 Euro aus dem Handel. Damit notiert er nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 29,63 Euro, der als kurzfristige Unterstützungslinie gilt.
Vor diesem Hintergrund richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal am kommenden Mittwoch nach US-Börsenschluss. Das Unternehmen steht unter Zugzwang, da das organische Umsatzwachstum in den vorangegangenen drei Quartalen das firmeneigene Zielband regelmäßig verfehlt hatte. Marktteilnehmer fordern den Nachweis, dass sich das Kerngeschäft belebt und die Profitabilität dem Kostendruck standhält.
Die Erwartungen an der Wall Street bleiben entsprechend verhalten: Im Schnitt rechnen Analysten für das dritte Quartal mit einem Erlös von 1,106 Milliarden US-Dollar. Auch mehrere Banken passten ihre Bewertungen nach unten an. JPMorgan nahm die Zielmarke auf 35 US-Dollar zurück. Das Haus signalisiert damit, dass das Aufwärtspotenzial für die Aktie vorerst limitiert bleibt.
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