Der Ölpreis verzeichnete am Donnerstag einen dramatischen Anstieg von knapp 12 Dollar pro Barrel und markierte damit den größten Tagesgewinn seit 2020. Auslöser war eine Rede von US-Präsident Trump zu Iran, die vor dem Osterwochenende für volatile Märkte sorgte. Die Rohöl-Futures für Mai schlossen bei 111,54 Dollar pro Barrel, ein Plus von 11,4 Prozent.
Trump kündigte an, Iran in den kommenden zwei bis drei Wochen „extrem hart“ treffen zu wollen. Details zu möglichen Schritten zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die seit dem 28. Februar faktisch geschlossen ist, nannte er nicht. Diese Wasserstraße ist für einen Großteil des weltweiten Öltransports von entscheidender Bedeutung.
Märkte erwarteten andere Signale aus Washington
„Der Markt war eher auf etwas eingestellt, das sich stärker auf Verhandlungen konzentriert hätte“, erklärte Rebecca Babin, Senior Energy Trader bei CIBC Private Wealth US. Nach Trumps Äußerungen erscheine eine weitere Eskalation wahrscheinlicher als eine Deeskalation. Babin warnte zugleich, dass es sich um einen von Stimmungen getriebenen Markt handele, der sich schnell drehen könne.
Die Ölpreise gaben einen Teil ihrer frühen Gewinne wieder ab, nachdem Iran mitteilte, gemeinsam mit Oman an einem System zur Überwachung des Tankerverkehrs durch die Straße von Hormus zu arbeiten. Dies deutet darauf hin, dass zumindest einige zusätzliche Energielieferungen den globalen Markt erreichen könnten. Frankreichs Präsident Macron bezeichnete den von Trump vorgeschlagenen militärischen Einsatz zur Öffnung der Meerenge als „unrealistisch“.
Analysten sehen Potenzial für drastische Preissteigerungen
Analysten von J.P. Morgan warnten, dass die Ölpreise kurzfristig auf 120 bis 130 Dollar pro Barrel steigen könnten. Sollten die Lieferungen durch die Straße von Hormus bis Mitte Mai unterbrochen bleiben, bestehe sogar das Risiko eines Anstiegs über 150 Dollar. Continental Resources, das Ölunternehmen von Trump-Vertrauten Harold Hamm, kündigte als erster großer US-Produzent an, die Förderung als Reaktion auf die höheren Preise zu steigern.
Die Zahl der aktiven US-Ölbohrinseln stieg laut Baker Hughes in dieser Woche um zwei auf 411. Produzenten am Persischen Golf erwägen laut Financial Times den Bau neuer Pipelines, die die Straße von Hormus umgehen würden. Solche Projekte wären allerdings kostspielig und würden Jahre bis zur Fertigstellung benötigen. Wie sich die Lage entwickelt, dürfte maßgeblich davon abhängen, welche konkreten Schritte in den kommenden Wochen folgen und wie Iran auf Trumps Drohungen reagiert.
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