Es gibt Quartalszahlen, die man abhakt. Und es gibt welche, bei denen man zweimal hinschaut. Rogers Communications hat am Mittwoch letztere geliefert. Der kanadische Telekommunikationskonzern meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 5,48 Milliarden kanadischen Dollar, gut 10 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, und das leicht über den Schätzungen der Analysten. Die Aktie legte im frühen US-Handel um rund 11 Prozent zu.
Wo das Geld herkam
Der eigentliche Treiber war nicht das klassische Mobilfunkgeschäft, auch wenn Rogers dort 33.000 neue Mobilfunkkunden gewann, davon 28.000 im lukrativen Postpaid-Segment. Nein, das Auffälligste war der Medienarm des Konzerns. Dessen Umsatz schoss um 82 Prozent auf knapp eine Milliarde kanadische Dollar hoch. Rogers besitzt die Toronto Blue Jays, hält eine Mehrheitsbeteiligung an Maple Leaf Sports and Entertainment, und damit an den Toronto Maple Leafs und den Toronto Raptors. Live-Sport zieht eben, auch wenn das lineare Fernsehen stirbt.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,01 kanadischen Dollar, einen Cent unter den Erwartungen, aber zwei Cent über dem Vorjahreswert. Auf unbereinigter Basis stieg der Nettogewinn je Aktie um 60 Prozent. Vom Quartalsergebnis her also: ordentlich.
Rogers Communications Inc. Aktie Chart
Der eigentliche Knaller
Was die Aktie wirklich bewegte, stand nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Ausblick. Rogers senkte die erwarteten Kapitalausgaben für 2026 massiv, von einer bisherigen Prognose von 3,3 bis 3,5 Milliarden auf nun 2,5 bis 2,7 Milliarden kanadische Dollar. Gleichzeitig hob das Unternehmen die Free-Cash-Flow-Prognose von 3,3 bis 3,5 Milliarden auf 4,1 bis 4,3 Milliarden an. Rund 800 Millionen Dollar mehr freier Cashflow als bisher gedacht, das ist kein kleines Update.
Dieser zusätzliche Spielraum soll direkt in den Schuldenabbau fließen, was bei einem Unternehmen, das nach der Shaw-Übernahme erhebliche Verbindlichkeiten trägt, keine schlechte Idee ist.
Preiskampf im Hintergrund
Dass Rogers trotzdem nicht unbeschwert dasteht, liegt an der Konkurrenz. BCE und Telus liefern sich mit Rogers einen aggressiven Preiskampf im kanadischen Mobilfunkmarkt. Wer in diesem Umfeld wächst und gleichzeitig die Kosten senkt, hat zumindest die Richtung gut gewählt. Ob das auf Dauer trägt, ist eine andere Frage. Aber fürs erste Quartal 2026 hat Rogers Communications geliefert, was der Markt sehen wollte, und dann noch etwas draufgelegt.
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