Rocket Lab: Verwässerung drückt auf 126,75 Dollar

Ein neues Aktienprogramm über 3 Milliarden Dollar belastet den Kurs von Rocket Lab und weckt Sorgen vor Verwässerung.

Auf einen Blick:
  • Kapitalprogramm über 3 Milliarden Dollar
  • Kurs fällt vorbörslich auf 126,75 Dollar
  • SpaceX IPO erhöht Wettbewerbsdruck
  • Umsatz steigt um 63,5 Prozent

Rocket Lab wächst rasant, sammelt aber ausgerechnet jetzt frisches Eigenkapital ein. Das trifft die Aktie an einem heiklen Punkt: Die Bewertung ist hoch, der Wettbewerb wird sichtbarer, und mit SpaceX drängt der Branchenprimus Richtung Börse. Kein Wunder, dass der Markt empfindlich reagiert.

Im vorbörslichen Handel am Donnerstag rutschte die Aktie auf rund 126,75 Dollar, nach einem Schlusskurs von 134,28 Dollar am Vortag. Der Kursrückgang ist damit mehr als eine normale Schwankung. Er spiegelt die Sorge wider, dass neues Kapital bestehende Aktionäre verwässern könnte.

Kapitalprogramm belastet den Kurs

Rocket Lab hat am 20. Mai ein At-the-Market-Programm über bis zu 3 Milliarden Dollar gestartet. Über ein Bankenkonsortium mit Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America, Wells Fargo und Deutsche Bank kann das Unternehmen neue Stammaktien am Markt platzieren.

Der Mechanismus ist flexibel, aber für den Aktienkurs unbequem. Je mehr Papiere Rocket Lab verkauft, desto stärker verteilt sich der Unternehmenswert auf zusätzliche Aktien. Schätzungen setzen den rechnerischen Verwässerungseffekt bei rund 122,47 Dollar je Aktie an, unterstellt ist ein Aktienpreis von 131,16 Dollar.

Die Mittel sollen für mögliche Übernahmen und allgemeine Betriebsmittel genutzt werden. Strategisch ergibt das Sinn, weil Rocket Lab seine Position in Raumfahrt, Kommunikation und Verteidigung ausbauen will. Kurzfristig steht aber der Preis dafür im Vordergrund.

Dazu kommt ein zweiter Belastungsfaktor: SpaceX hat am 21. Mai seinen offiziellen IPO-Prospekt eingereicht. Der Marktführer meldete im ersten Quartal Umsätze von 4,694 Milliarden Dollar. Für kleinere börsennotierte Raumfahrtwerte verschiebt das den Bewertungsmaßstab.

Wachstum überzeugt, Gewinn fehlt

Operativ liefert Rocket Lab weiter starke Zahlen. Der Umsatz erreichte im Auftaktquartal 200,3 Millionen Dollar und lag damit 63,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Analystenerwartung von 189,65 Millionen Dollar wurde klar übertroffen.

Auch der Auftragsbestand spricht für anhaltende Nachfrage. Er erreichte einen Rekordwert von 2,2 Milliarden Dollar. Die Liquidität liegt bei mehr als 2 Milliarden Dollar und gibt dem Unternehmen Spielraum für Investitionen.

Für das laufende Quartal stellt Rocket Lab Erlöse zwischen 225 und 240 Millionen Dollar in Aussicht. Profitabilität bleibt allerdings die Schwachstelle: Im Auftaktquartal stand ein Verlust von 0,07 Dollar je Aktie.

Das ist der Kernkonflikt. Rocket Lab wächst schnell genug, um Investoren weiter an die Story zu binden. Die Aktie preist aber bereits viel Zukunft ein, während das Unternehmen für Expansion und Übernahmen zusätzliches Kapital braucht.

Zukäufe erhöhen den Einsatz

Rocket Lab baut sein Geschäft über Akquisitionen konsequent aus. Jüngstes Beispiel ist der Kauf von Mynaric AG, einem Spezialisten für Laserkommunikation.

  • Mynaric AG: 155,3 Millionen Dollar
  • Geost: 275 Millionen Dollar
  • SolAero: 80 Millionen Dollar
  • Motiv Space Systems: kein Kaufpreis genannt

Hinzu kommt die Auswahl für die Verteidigungsinitiative „Golden Dome for America“ gemeinsam mit RTX. Das passt zur strategischen Stoßrichtung: Rocket Lab will nicht nur Raketen starten, sondern tiefer in Raumfahrtinfrastruktur, Kommunikation und militärische Anwendungen hineinwachsen.

Die Börse hat diese Ambition längst honoriert. In den vergangenen zwölf Monaten stieg die Aktie um mehr als 400 Prozent. Genau deshalb fallen neue Aktienplatzierungen nun schwerer ins Gewicht.

Auch die Analystenseite zeigt diese Spannung. Der Konsens liegt zwar bei „Moderate Buy“ aus 20 Häusern, das durchschnittliche Kursziel über zwölf Monate beträgt aber nur 97,19 Dollar. Es liegt damit deutlich unter dem aktuellen Kursniveau.

Insidertransaktionen verstärken den vorsichtigen Ton. Director A. Slusky verkaufte Anfang Mai 100.000 Aktien zu 118,08 Dollar. In den vergangenen drei Monaten summierten sich Insiderverkäufe auf etwa 28,3 Millionen Dollar, Käufe wurden in diesem Zeitraum nicht verzeichnet.

Kurzfristig zählt nun, ob Rocket Lab die angekündigte Umsatzspanne für das laufende Quartal erreicht und die zusätzlichen Mittel erkennbar in Wachstum umsetzt. Gelingt das, kann die Verwässerungsdebatte an Schärfe verlieren. Ohne klare Fortschritte bleibt die Aktie anfällig für weitere Neubewertung.

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