Die Rocket Lab USA-Aktie schoss am gestrigen Montag um 16 Prozent in die Höhe. Was steckt hinter der Kursexplosion des US-Raumfahrtunternehmens und was bedeutet sie für dessen Zukunft?
Akquisition von Iridium
Der Grund für den Kurssprung der Rocket Lab USA-Aktie war eine absolute Sensationsmeldung in der Raumfahrtbranche: Rocket Lab hat die Übernahme des Satellitenbetreibers Iridium Communications für rund acht Milliarden US-Dollar bekannt gegeben. Anleger feiern diesen Mega-Deal aus mehreren strategischen Gründen:
Durch den Zusammenschluss bricht Rocket Lab aus seiner Rolle als reiner Raketenbauer und Satellitenhersteller aus. Es entsteht ein vollkommen vertikal integrierter Weltraumgigant. Das bedeutet: Rocket Lab baut die Satelliten selbst, schießt sie mit seinen eigenen Raketen (wie der Electron oder der kommenden Neutron) ins All und kontrolliert nun über Iridium auch das weltweite Netz sowie die Endkundendienste. Das Unternehmen etabliert sich damit als der mit Abstand stärkste kommerzielle Wettbewerber von Elon Musks SpaceX.
Bislang war Rocket Lab ein Wachstumsunternehmen, das massiv Geld in die Entwicklung neuer Raketen stecken musste. Iridium hingegen bringt ein hochprofitables, laufendes Geschäft mit. Mit über 2,5 Millionen zahlende Abonnenten erwirtschaftete Iridium im vergangenen Jahr einen operativen Gewinn rund einer halben Milliarden US-Dollar – bei einer extrem starken Marge von 57 Prozent. Dieser verlässliche, wiederkehrende Cashflow ist für das kapitalintensive Geschäft von Rocket Lab von größter Bedeutung.
Signifikante Synergien
Hinzu kommen signifikante Synergieeffekte zwischen den beiden Unternehmen. Wenn Iridium in Zukunft seine bestehende Satellitenkonstellation im All erneuern oder erweitern muss, muss das Unternehmen keine teuren Fremdraketen mehr einkaufen. Rocket Lab kann die Starts künftig zum „Selbstkostenpreis“ im eigenen Haus durchführen, was dem kombinierten Konzern über die nächsten Jahre Hunderte Millionen Dollar an Marge sichert.
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