Analysten feiern Rocket Lab als den ernsthaftesten Herausforderer von SpaceX. An der Börse kommt diese Euphorie momentan nicht an. Trotz extrem bullisher Kommentare rutschte die Aktie am Freitag ins Minus.
Morgan Stanley sieht massives Potenzial
Die Investmentbank Morgan Stanley hat ihre Bewertung für das Unternehmen deutlich nach oben geschraubt. Analystin Kristine Liwag stuft den Konzern nun als „Player 2“ im globalen Wettlauf im All ein. In ihrem optimistischen Szenario sieht die Bank ein Kursziel von 293 US-Dollar. Das entspräche einem Aufschlag von mehr als 260 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Rocket Lab wandelt sich zusehends zum integrierten Raumfahrt-Superpower. Das klassische Startgeschäft dient dabei nur noch als Basis. Inzwischen liefert die Sparte Space Systems rund 67 Prozent des Gesamtumsatzes. Das Management setzt verstärkt auf eigene Infrastruktur und margenstarke Dienstleistungen statt auf reine Transportdienste.
Rekordzeit bei Militär-Mission
Operativ punktet das Unternehmen durch enorme Geschwindigkeit. Bei der Mission für die U.S. Space Force gelang der Start in weniger als 17 Stunden nach der Benachrichtigung. Solche Reaktionszeiten sind im Markt für nationale Sicherheit ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Parallel dazu sichert ein Verteidigungsauftrag über 190 Millionen Dollar künftige Einnahmen.
Der geplante Kauf von Iridium Communications für acht Milliarden Dollar markiert einen strategischen Meilenstein. CEO Peter Beck spricht vom „dritten Standbein“ des Konzerns. Durch die Übernahme kontrolliert Rocket Lab künftig die gesamte Wertschöpfungskette im Orbit. Dieser Schritt soll neue Märkte in der Luftfahrt- und Schifffahrtskommunikation erschließen.
Korrektur nähert sich dem Ende
An der Börse herrscht derweil Katerstimmung. Innerhalb einer Woche verlor das Papier fast 20 Prozent an Wert. Mit einem aktuellen Kurs von 80,57 US-Dollar notiert die Aktie zudem deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 37,0. Damit nähert sich der Titel einer technisch überverkauften Zone.
Die fundamentale Neuausrichtung weg vom reinen Raketenbauer hin zum Satelliten-Dienstleister überzeugt die Wall Street. Der hohe Auftragsbestand sorgt für klare Sichtbarkeit bei den künftigen Umsätzen. Im Fokus steht nun der Abschluss der Iridium-Übernahme, die das Geschäftsmodell auf ein neues Fundament heben wird.
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