Rocket Lab USA hat eine wesentliche Bedingung für die geplante Übernahme des Satelliten-Kommunikationsunternehmens Iridium erfüllt. Die gesetzliche Wartefrist gemäß dem Hart-Scott-Rodino Antitrust Improvements Act ist am Mittwoch abgelaufen, womit eine entscheidende kartellrechtliche Hürde in den USA genommen wurde. Zeitgleich konkretisierte das Raumfahrtunternehmen die Finanzierungsdetails für den rund 8,0 Milliarden US-Dollar schweren Zukauf.
Finanzierungsplan für Milliarden-Zukauf steht
Die Übernahme von Iridium soll nach aktuellem Stand bis Mitte 2027 abgeschlossen werden. Die Bedingungen sehen vor, dass Iridium-Aktionäre pro Anteilsschein 27,00 US-Dollar in bar sowie eine variable Anzahl an Rocket Lab-Aktien erhalten. Um die Transaktion abzusichern, hat sich Rocket Lab eine Brückenfazilität in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar gesichert, die von Instituten wie der Deutschen Bank und Wells Fargo bereitgestellt wird.
Parallel dazu hat das Unternehmen ein neues Aktienprogramm (At-The-Market) über bis zu 1,94 Milliarden US-Dollar aufgelegt. Dieses ersetzt eine bestehende Vereinbarung aus dem Mai und dient vorrangig dazu, die Brückenfinanzierung abzulösen und die Schuldenlast der kombinierten Unternehmen zu reduzieren. Trotz der massiven Kapitalschritte betonte das Management, dass das Programm das Volumen der ursprünglich geplanten Aktienausgaben nicht erhöht.
Rekordumsatz und wachsender Auftragsbestand
Unabhängig von der Großakquisition legte Rocket Lab gestern die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor. Das Unternehmen erzielte einen Rekordumsatz von 234,1 Millionen US-Dollar, was einem Wachstum von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Besonders stark entwickelte sich das Segment Space Systems, das seinen Umsatz auf 189,5 Millionen US-Dollar fast verdoppelte. Das Geschäft mit Raketenstarts (Launch Services) verzeichnete hingegen einen leichten Rückgang um 4 Prozent auf 44,6 Millionen US-Dollar.
Trotz des Umsatzsprungs weitete sich der Nettoverlust auf 49,3 Millionen US-Dollar aus. Mit einem Verlust von 0,08 US-Dollar je Aktie verfehlte Rocket Lab die Erwartungen der Analysten, die laut FactSet im Schnitt mit einem Minus von 0,06 US-Dollar gerechnet hatten. Ein Lichtblick für Investoren bleibt der Auftragsbestand, der bis zum Ende des Quartals auf 2,36 Milliarden US-Dollar anwuchs — ein Plus von 137 Prozent binnen eines Jahres.
Neutron-Rakete als künftiger Wachstumstreiber
Die Aktie von Rocket Lab verlor am gestrigen Donnerstag 1,3 Prozent und ging bei 80,10 US-Dollar aus dem Handel. Damit notiert das Papier rund 47 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 151,00 US-Dollar.
Analysten sehen in der aktuellen Bewertung dennoch Potenzial. Die Bank of America bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 115 US-Dollar, während die Experten von Cantor Fitzgerald ihr Ziel auf 122 US-Dollar anhoben.
Ein wesentlicher Faktor für die künftige Bewertung wird der Erstflug der neuen Neutron-Trägerrakete sein, der für das vierte Quartal 2026 angestrebt wird. Die Rakete ist darauf ausgelegt, Nutzlasten von etwa 12.700 Kilogramm in den niedrigen Erdorbit zu befördern.
Zum Vergleich: Die aktuelle Electron-Rakete des Unternehmens kommt auf eine Kapazität von rund 300 Kilogramm. Für die Neutron-Rakete konnte sich Rocket Lab bereits einen Vertrag mit der US Space Force über 397 Millionen US-Dollar sichern, was die strategische Bedeutung des Projekts unterstreicht.
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