Starke Auftragsbücher, schwache Kurse. Bei Rocket Lab klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Raumfahrtkonzern sammelt am laufenden Band neue Regierungsaufträge ein. An der Börse erleben Anleger derweil einen harten Monat.
NASA und Space Force greifen zu
Allein in der vergangenen Woche lieferte das Management mehrere Erfolgsmeldungen. Die NASA buchte drei neue Raketenstarts für die wissenschaftlichen Missionen PolSIR und TSIS-2. Die Flüge beginnen Anfang 2027.
Wenige Tage zuvor brach Rocket Lab einen Geschwindigkeitsrekord. Für die US Space Force startete die VICTUS-HAZE-Mission nur knapp 17 Stunden nach der offiziellen Anforderung. Ein starker Beweis für die Reaktionsfähigkeit im Orbit. Parallel dazu brachte das Team den zehnten Satelliten für das japanische Unternehmen Synspective ins All.
Vorstoß in neue Sphären
Diese Serie baut auf einem massiven Auftrag aus dem Mai auf. Die US Space Force bestellte für 90 Millionen US-Dollar zwei geostationäre Satelliten. Sie sollen die Heimdall-Überwachungsnutzlast ins All tragen.
Rocket Lab baut und betreibt diese Systeme komplett selbst. Das markiert den ersten Vorstoß des Unternehmens in die Produktion für den geostationären Orbit. Der Konzern erweitert damit sein Geschäftsmodell deutlich.
Harte Landung an der Börse
An der Börse verpuffen diese operativen Erfolge aktuell. Die Aktie schloss am Freitag bei 72,70 Euro. Innerhalb eines Monats verlor das Papier fast 44 Prozent an Wert.
Der Abstand zum Jahreshoch von 133,80 Euro wuchs damit massiv an. Der RSI-Wert von 35,3 deutet jedoch auf eine zunehmend überverkaufte Situation hin. Seit Jahresbeginn steht immerhin noch ein Plus von rund zwölf Prozent auf der Anzeigetafel.
Im August präsentiert das Management die Zahlen für das zweite Quartal. Investoren achten dann besonders auf die Umsatzentwicklung und die Kostenstruktur. Ein weiterer Fokus liegt auf der neuen mittelschweren Trägerrakete Neutron. Die Bauarbeiten am Startplatz laufen bereits auf Hochtouren.
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