Rocket Lab hat am Donnerstag mehrere regulatorische Meilensteine auf dem Weg zur Übernahme von Iridium Communications erreicht. Die Wartefrist nach dem Hart-Scott-Rodino-Kartellgesetz lief am 12. August ab, zudem reichte das Unternehmen ein Formular S-4 bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Rocket Lab und Iridium stellten bereits am 10. August gemeinsam Anträge zur Übertragung der Betriebslizenzen bei der Telekommunikationsbehörde FCC.
Parallel dazu startete Rocket Lab ein neues Aktienangebot am offenen Markt, das das bisherige Programm aus dem Mai ablöst und den nicht platzierten Restbetrag übernimmt. Für Anleger bedeutet das: Die Finanzierung der milliardenschweren Übernahme nimmt konkrete Form an, während zugleich weiteres Kapital über den Markt eingesammelt wird.
Rekordumsatz trifft auf Neutron-Verzögerung
Die regulatorischen Fortschritte kommen nur wenige Tage nach den Quartalszahlen. Rocket Lab meldete am Montag einen Rekordumsatz von 234 Millionen Dollar für das zweite Quartal sowie einen ebenfalls historischen Auftragsbestand. Für das dritte Quartal stellte das Unternehmen erneut einen Rekordumsatz in Aussicht.
Getrübt wurde die Stimmung jedoch durch Neuigkeiten zur Neutron-Rakete: Der Erstflug des Schwerlastträgers verzögert sich weiter. Rocket Lab kündigte an, das Fahrzeug solle im vierten Quartal zur Startrampe gebracht werden – ein Start noch im laufenden Jahr sei jedoch ein enges Zeitfenster, dessen genaue Terminierung von Qualifikationstests und weiteren kritischen Prüfungen im späteren Jahresverlauf abhänge.
Reuters berichtete, die Aktie habe nach dieser Ankündigung nachgegeben. Bloomberg ging weiter und meldete, Rocket Lab habe zusätzliche Risiken für die Neutron-Premiere eingeräumt – ein Erstflug erst 2027 sei nicht ausgeschlossen.
Trotz der Unsicherheit um den Zeitplan gewinnt Neutron neue Kunden: Rocket Lab vereinbarte einen eigenen Neutron-Start für Kepler Communications, der frühestens 2028 vom Startkomplex 3 auf Wallops Island in Virginia abheben soll.
Electron liefert weiter zuverlässig
Während die Schwerlastrakete auf sich warten lässt, läuft das etablierte Electron-Programm reibungslos. Am 6. August absolvierte Rocket Lab die 92. Electron-Mission und den achten Start für den japanischen Kunden iQPS, bei dem der Satellit QPS-SAR-13 ins All gebracht wurde. Der nächste iQPS-Start war für später im August terminiert.
Kursreaktion und Analystenausblick
Der Rocket-Lab-Titel notiert aktuell bei 68,40 Euro und büßte damit auf Tagesbasis 1,9 Prozent ein. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 4,5 Prozent, während sich die Aktie seit Jahresbeginn dennoch um 11 Prozent verteuert hat. Vom 52-Wochen-Hoch bei 133,80 Euro, erreicht Ende Mai, trennen das Papier mittlerweile 49 Prozent.
Cantor Fitzgerald hob das Kursziel am 11. August auf 122 Dollar von zuvor 96 Dollar an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Die Anhebung erfolgte damit unmittelbar nach den Quartalszahlen und noch vor den jüngsten Neutron-Nachrichten – ein Hinweis darauf, dass die operative Dynamik des Unternehmens bei den Analysten trotz der Verzögerungen bei der neuen Rakete Anerkennung findet.
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