Rocket Lab Aktie: Ein Quartal mit zwei Gesichtern!

Rocket Lab verfehlt Gewinnerwartungen, überzeugt aber mit Auftragsbestand und Bruttomarge. Die Aktie fällt vorbörslich deutlich.

Auf einen Blick:
  • Aktie fällt vorbörslich um 8,8 Prozent
  • Verlust höher als von Analysten erwartet
  • Auftragsbestand steigt auf 2,36 Milliarden Dollar
  • Umsatzprognose für Q3 zwischen 250 und 265 Millionen

Rutschende Kurse trotz voller Auftragsbücher. So lässt sich die Reaktion der Anleger auf die jüngsten Zahlen von Rocket Lab zusammenfassen. Der Anbieter von Raketenstarts und Raumfahrttechnik legte gemischte Quartalszahlen vor, woraufhin die Aktie im vorbörslichen Handel um 8,8 Prozent auf 73 Dollar nachgab.

Wo die Zahlen enttäuschten

Unter dem Strich stand ein Verlust von 8 Cent je Aktie. Analysten hatten mit einem Minus von nur 3 Cent gerechnet. Der Umsatz lag mit 234,1 Millionen Dollar leicht über den Erwartungen, konnte den größeren Fehlbetrag aber nicht ausgleichen. Rocket Lab schreibt bislang keine Gewinne, ein Umstand, der bei einem jungen Raumfahrtunternehmen wenig überrascht, in einem nervösen Marktumfeld aber schwerer wiegt.

Warum das Fundament stark bleibt

Hinter dem Kursrückgang verbirgt sich eine robustere Lage, als es der erste Blick vermuten lässt. Der Auftragsbestand, also die Summe bereits gesicherter, aber noch nicht abgearbeiteter Aufträge, wuchs auf 2,36 Milliarden Dollar und lag damit über den erwarteten 2,29 Milliarden. Auch die Bruttomarge fiel mit 41,5 Prozent besser aus als die prognostizierten 38 Prozent.

Erst vergangene Woche sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag der US-Weltraumstreitkräfte im Volumen von 397 Millionen Dollar, bei dem es spezielle, flache Satelliten entwickeln und ins All bringen soll. Für das dritte Quartal stellt Rocket Lab einen weiter steigenden Umsatz zwischen 250 und 265 Millionen Dollar in Aussicht.

Rocket Lab USA Aktie Chart

Ein Kursgewinner unter Druck

Der Rückschlag trifft eine Aktie, die zuvor kräftig gelaufen war. Über die vergangenen zwölf Monate hat das Papier um fast 80 Prozent zugelegt, getragen von neuen Regierungsaufträgen, steigenden Erlösen und einem prall gefüllten Auftragsbuch. Gegründet wurde das Unternehmen 2006 in Neuseeland von seinem heutigen Chef Peter Beck, ursprünglich zur Entwicklung suborbitaler Raketen.

Genau hier liegt die Spannung für Anleger. Ein Unternehmen, das operativ deutliche Fortschritte macht, wächst und Aufträge einsammelt, aber weiter Verluste ausweist. Wie lange verzeihen die Märkte rote Zahlen bei einem Wachstumswert, wenn die Erwartungen bereits hoch gesteckt sind? Diese Frage dürfte den Kurs in den kommenden Quartalen begleiten.

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