Rocket Lab kauft für rund acht Milliarden US-Dollar Iridium Communications. Der Raumfahrtkonzern greift damit direkt das Starlink-Netzwerk von Elon Musk an. Soweit so gut. Ein entscheidendes Puzzleteil für diese vertikale Integration fehlt allerdings noch. Ohne eine eigene Schwerlastrakete bleibt der Plan unvollständig.
Die Grenzen der Flotte
Bisher verlässt sich Rocket Lab auf das Modell Electron. Diese Trägerrakete transportiert primär kleine Satelliten. Die Iridium-Übernahme verlangt indes ganz andere Dimensionen. Das Unternehmen benötigt ein deutlich größeres Transportmittel für massive Satellitenkonstellationen. Genau hier kommt die neue Neutron-Rakete ins Spiel. Sie soll das nötige Transportvolumen liefern. Aktuell existiert das Fluggerät jedoch nur in Bauteilen in einer Fabrik in Virginia.
Zeitplan unter Druck
Das Management peilt das vierte Quartal für den Erstflug an. Rocket Lab hat dafür bereits gehandelt. Der Konzern beantragte bei der US-Luftfahrtbehörde FAA die entsprechenden Genehmigungen. Das geplante Startfenster läuft von Juli bis Ende Dezember 2026.
Allerdings blickt das Projekt bereits auf einige Verschiebungen zurück. Ursprünglich sollte Neutron schon 2024 abheben. Jeder weitere Rückschlag könnte das Vertrauen in die teure Iridium-Strategie beschädigen.
Hohe Marktschwankungen
Dieser schmale Grat zwischen großen Ambitionen und operativen Risiken spiegelt sich im Kurs wider. Aktuell pendeln die Papiere um die Marke von 88 Euro. Das ist ein Rücksetzer gegenüber dem Rekordhoch von knapp 134 Euro im Mai. Trotz dieses Abverkaufs steht auf Jahressicht noch immer ein Kursplus von fast 192 Prozent.
Die Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei über 100 Prozent. Das belegt die enorme Nervosität am Markt nach der Iridium-Ankündigung.
Weitere Firmenübernahmen helfen dem Konzern jetzt nicht mehr weiter. Die Akquisition vergrößert zwar den adressierbaren Markt massiv. Die technische Umsetzung dieser Vision hängt nun aber komplett an der neuen Rakete. Erfolgt der Neutron-Start wie geplant im beantragten FAA-Fenster ab Juli, erhält die Wachstumsstory ein handfestes Fundament.
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