Rocket Lab Aktie: Neutron rutscht wieder

Rocket Lab verschiebt Neutron-Start erneut auf Q4 2026. Trotz Rekordumsatz und Milliarden-Aufträgen belastet der schwache Margenausblick die Aktie.

Auf einen Blick:
  • Neutron-Start erneut verschoben
  • Rekordumsatz von 234 Millionen Dollar
  • Schwache Margenprognose belastet
  • Iridium-Übernahme als Wachstumstreiber

Zweite Verschiebung binnen eines Jahres, und diesmal trifft es die Anleger genau am Tag der Quartalszahlen. Rocket Lab verlegt den Zeitpunkt, zu dem die Neutron-Rakete zur Startrampe rollen soll, auf das vierte Quartal 2026 – ein neues Datum für den eigentlichen Erstflug nennt das Unternehmen nicht. Die Aktie büßte im US-Handel zeitweise fast neun Prozent ein.

Dabei sahen die reinen Geschäftszahlen zunächst nach einem starken Quartal aus. Der Umsatz kletterte auf 234 Millionen US-Dollar, ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand erreichte mit 2,36 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert, angetrieben unter anderem von einem Vertrag der U.S. Space Force über bis zu 397 Millionen US-Dollar für Satelliten, die künftig auf Neutron starten sollen.

Margenausblick bremst die Euphorie

Der Haken liegt im Ausblick. Für das dritte Quartal rechnet Rocket Lab mit einer GAAP-Bruttomarge zwischen 29 und 31 Prozent – deutlich unter der Analystenschätzung von 37,6 Prozent. CEO Peter Beck sprach im Earnings Call von einem Zeitfenster für den Jahresend-Start, das „enger“ werde. CFO Adam Spice zeigte sich dennoch hoffnungsvoll, den Termin zu halten.

Die Verzögerung ist bereits die zweite innerhalb von rund einem Jahr, nachdem ein Fehler bei einem Stage-1-Tanktest im Januar den vorherigen Zeitplan durchkreuzt hatte. Neutron gilt als Schlüsselprojekt: Die wiederverwendbare Rakete soll Rocket Lab den Zugang zu größeren kommerziellen Satelliten, zivilen Missionen und sicherheitsrelevanten Regierungsaufträgen öffnen. Ohne einen funktionierenden Neutron-Erstflug bleiben viele dieser Ambitionen auf dem Papier.

Operativ macht das Unternehmen dennoch Fortschritte. Der Quartalsverlust sank von 66,4 auf 49,3 Millionen US-Dollar, die Kassenreserven wuchsen auf über zwei Milliarden US-Dollar. Das schafft finanziellen Spielraum – auch für die geplante Übernahme von Iridium Communications, die Rocket Lab zu einem vertikal integrierten Raumfahrtkonzern machen soll.

Am Markt bleibt das Bild trotz des Kursrutsches überwiegend positiv. Die Analysten-Kursziele reichen von 60 bis 135 US-Dollar, TD Cowen und Clear Street bestätigten ihre Kaufempfehlungen mit Zielen von 120 beziehungsweise 129 US-Dollar. Ob sich das Zeitfenster für den Neutron-Start im vierten Quartal tatsächlich noch schließen lässt, dürfte die kommenden Monate für die Aktie prägen.

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