Rocket Lab sammelt weiter Aufträge ein. Trotzdem bleibt der Kurs meilenweit von seinem Rekordhoch entfernt. Die neueste Nachricht kommt von der NASA — und zeigt, wie stark Auftragsmomentum und Kursentwicklung gerade auseinanderlaufen.
NASA bucht zwei Wissenschaftsmissionen
Die US-Raumfahrtbehörde hat Rocket Lab zwei neue Launch-Verträge zugesprochen. Die Missionen heißen PolSIR und TSIS-2, beide sollen 2027 starten. Zusammen dürften die Aufträge weniger als 30 Millionen Dollar wert sein — für Rocket Lab kein großer Batzen, aber genug, um den Jahresumsatz um etwa 4 Prozent zu steigern.
Bei PolSIR schickt Rocket Lab zwei baugleiche CubeSats auf zwei separaten Electron-Raketen ins All. Die Satelliten sollen Eiswolken in großer Höhe über den Tropen und Subtropen vermessen. Die Daten sollen der NASA helfen, globale Wettermuster präziser vorherzusagen.
Wichtiger als die Auftragssumme ist das Signal dahinter: Rocket Lab bleibt im Geschäft mit wissenschaftlichen NASA-Missionen gefragt. Im Auftragsbuch stehen bereits weitere Projekte — darunter eine Astrophysik-Mission zur Erforschung der Galaxienentstehung namens Aspera sowie eine Demonstration von Betankungstechnologie im All, LOXSAT, die noch in diesem Jahr starten soll.
Kurs kämpft mit heftigem Rückschlag
Die frischen NASA-Aufträge treffen auf eine Aktie, die spürbar unter Druck steht. Rocket Lab schloss am Donnerstag bei 60,90 Euro, ein Minus von 0,33 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von fast 19 Prozent zu Buche.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro, erreicht Ende Mai 2026, beträgt inzwischen mehr als 54 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 33,9 zeigt eine Aktie im überverkauften Bereich. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei fast 89 Prozent — ein Wert, der die Nervosität im Handel unterstreicht.
Analysten uneins bei der Bewertung
Je weiter der Kurs von seinen Höchstständen abrückt, desto gespaltener wird die Einschätzung der Wall Street. Piper Sandler nahm die Coverage vergangene Woche mit einem „Neutral“-Rating und einem Kursziel von 83 Dollar auf. Die Analysten sehen in der Electron-Rakete einen Vorteil gegenüber SpaceX‘ Falcon 9 bei kleinen Nutzlasten, halten die noch in Entwicklung befindliche, wiederverwendbare Neutron-Rakete für die eigentliche Wachstumsphase — bemängeln aber die im Vergleich zu SpaceX hohe Bewertung.
Stifel-Analyst Erik Rasmussen sieht das deutlich optimistischer. Er bezeichnete einen kürzlichen Hyperschall-Auftrag als „starke Bestätigung der operativen Leistungsfähigkeit von HASTE“ und verwies auf die wachsende strategische Bedeutung des Programms, während die USA ihre Entwicklung von Hyperschallwaffen vorantreiben. Stifel bestätigte daraufhin sein „Buy“-Rating.
Auftragsbuch wächst weiter
Die NASA-Verträge reihen sich ein in eine Serie von Auftragsmeldungen der vergangenen Monate. Im Mai unterzeichnete Rocket Lab den größten Launch-Vertrag der Firmengeschichte mit einem nicht genannten Kunden — eine Sammelbestellung aus Neutron- und Electron-Starts. Damit wuchs das gesamte Auftragsbuch auf mehr als 70 Missionen und einen Gesamtwert von über 2,2 Milliarden Dollar.
Rocket Lab veröffentlicht seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 am Montag, den 10. August, nach US-Börsenschluss. Bis dahin bleibt die Kombination aus wachsendem Auftragsbestand und volatilem Kursverlauf das bestimmende Bild für die Aktie.
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