Rocket Lab startet mit einem Kurssprung in eine entscheidende Woche. Die Aktie schloss am Montag 8,69 Prozent im Plus bei 61,30 Euro. Investoren richten den Blick auf neue Aufträge, eine milliardenschwere Übernahme und die Quartalszahlen, die kommenden Montag anstehen.
Auftragsflut treibt die Erholung
Der jüngste Kursanstieg speist sich aus einer Serie neuer Verträge. Erst am 30. Juli sicherte sich Rocket Lab eine Mehrfach-Startvereinbarung mit dem japanischen Satellitenbetreiber iQPS. Der Deal umfasst drei weitere Electron-Missionen — insgesamt hat iQPS damit 18 Starts bei Rocket Lab gebucht.
Kurz zuvor hatte die US Space Force einen Rekordauftrag über 266 Millionen Dollar für zwölf suborbitale Starts vergeben. Diese Aufträge stützen die Erholung der Aktie: Über die vergangenen sieben Handelstage legte der Kurs um 9,27 Prozent zu. Vom Rekordhoch bei 133,80 Euro aus dem Mai bleibt die Aktie dennoch 54,19 Prozent entfernt.
Der 8-Milliarden-Dollar-Plan
Hinter der Kursbewegung steckt eine größere strategische Wende. Rocket Lab will sich vom reinen Raketenstarter zum vertikal integrierten Raumfahrtkonzern entwickeln. Kernstück dieser Strategie ist die im Juni angekündigte Übernahme von Iridium für rund 8 Milliarden Dollar.
Die Übernahme soll Rocket Lab sofortigen Zugang zu margenstarken Satellitendiensten und wiederkehrenden Einnahmen verschaffen. Analysten sehen darin den Weg zu positivem Free Cashflow und Profitabilität ab 2027. Kombiniert man Satellitenbau, Raketenstarts und Betrieb im Orbit unter einem Dach, positioniert sich der Konzern als ernsthafter Konkurrent zu SpaceX — sowohl im kommerziellen als auch im Verteidigungsgeschäft.
Zahlen und Neutron-Update im Blick
Am 10. August, nach US-Börsenschluss, veröffentlicht Rocket Lab die Zahlen zum zweiten Quartal. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 231,6 Millionen Dollar und einem Verlust je Aktie von 0,0583 Dollar.
Über die reinen Kennzahlen hinaus dürfte der Earnings Call zwei Fragen klären:
- Neutron-Rakete: Bleibt der Erstflug der mittelschweren Trägerrakete im vierten Quartal 2026 im Zeitplan?
- Auftragsbestand: Zum Ende des ersten Quartals lag der Backlog bei über 2,2 Milliarden Dollar. Kann das Management die Startfrequenz halten?
Die technischen Indikatoren zeichnen ein gemischtes Bild. Der RSI liegt bei 43,5 — die Aktie gilt damit trotz der jüngsten Rally nicht als überkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 100 Prozent zeigt aber, wie stark der Kurs auf operative Meilensteine reagiert.
Die Quartalszahlen am 10. August werden zeigen, ob der Auftragsschwung aus den vergangenen Wochen operativ Substanz hat. Besonders der Fortschritt bei der Neutron-Rakete dürfte darüber entscheiden, ob die Erholung vom Tief Bestand hat.
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