Am Freitag gaben die Papiere von Rocket Lab um 8,2 Prozent auf 45,25 Euro nach. Auslöser des Kursrutsches ist die Verschiebung des Erstflugs der Neutron-Rakete auf das Jahr 2027, die das Unternehmen am Mittwoch wegen Fertigungsproblemen an der vorderen Kuppel des Treibstofftanks bekanntgegeben hatte. Berichten von Reuters und der Los Angeles Times zufolge trieb diese Verzögerung den jüngsten Ausverkauf an den Märkten an.
Fertigungsprobleme bremsen Zeitplan aus
Die Neutron-Trägerrakete gilt als wichtiges Zukunftsprojekt des Raumfahrtunternehmens. Ursprünglich war der Erstflug für das Jahr 2026 vorgesehen. Das Management erklärte in einer Pflichtmitteilung, bei der vorderen Kuppel des Treibstofftanks der ersten Stufe seien Schwierigkeiten im Fertigungsprozess aufgetreten.
Obwohl das Problem nach Unternehmensangaben identifiziert und behoben wurde, zwingen die erforderlichen Nacharbeiten dazu, den Starttermin zu verschieben. An den Finanzmärkten sorgte der Schritt für erhebliche Verunsicherung, da sich damit auch der Eintritt in künftige Umsatzphasen weiter nach hinten verlagert.
Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen
Die Verzögerung veranlasste mehrere Analysehäuser am Donnerstag zu deutlichen Anpassungen ihrer Bewertungsmodelle. Goldman-Sachs-Analyst Noah Poponak stufte die Aktie weiterhin mit „Hold“ ein, senkte das Kursziel jedoch von $75 auf $67. Poponak rechnet mit dem Jungfernflug von Neutron im zweiten Quartal 2027 und stellte für die kommenden Quartale zusätzliche Ausgaben sowie einen höheren Barmittelverbrauch in Aussicht.
Auch Michael Leshock vom Analysehaus KeyBanc passte seine Schätzungen am Donnerstag an. Zwar behielt er seine Einstufung „Buy“ bei, reduzierte das Kursziel jedoch von $135 auf $100. Leshock begründete diesen Schritt mit dem veränderten Zeitplan für Neutron sowie mit Bewertungsabschlägen bei wachstumsstarken Raumfahrtaktien.
Druck auf künftige Erlöse
Weitere Branchenbeobachter zogen nach und passten ihre Kursziele nach unten an, teils auf bis zu $90. Medienberichten zufolge warnen Experten vor den finanziellen Konsequenzen der Verzögerung. Vor allem die Erlöse aus nachfolgenden Flügen in den Geschäftsjahren 2027 und 2028 dürften später fließen als bislang kalkuliert.
Für Rocket Lab bedeutet der Rückschlag bei der Tankfertigung ein erhöhtes Umsetzungsrisiko in einer entscheidenden Entwicklungsphase. Neben den technischen Herausforderungen rückt nun die finanzielle Disziplin in den Fokus, während Anleger auf Fortschritte bei den Vorbereitungen für den neuen Starttermin im Jahr 2027 blicken.
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