Globalstar hat am Freitag die US-Kommunikationsbehörde FCC um eine Prüfung möglicher Interessenkonflikte bei Rocket Labs geplanter Iridium-Übernahme gebeten. Medienberichten zufolge befürchtet das Unternehmen Nachteile durch die Verbindung eines Satellitenzulieferers mit einem seiner Kunden. Damit rückt für Anleger die regulatorische Prüfung des angekündigten Zukaufs in den Mittelpunkt.
Rocket Lab hatte die Übernahme im Juni für 8 Mrd. US-Dollar angekündigt. Der Abschluss wird für Mitte 2027 angestrebt; als nächste FCC-Frist ist der 9. November genannt. Diese Frist ist nicht mit einer angekündigten Genehmigungsentscheidung gleichzusetzen.
Globalstar sieht möglichen Interessenkonflikt
Der Einwand betrifft Rocket Labs Doppelrolle nach einem möglichen Zusammenschluss. Das Unternehmen liefert Satellitenplattformen und würde mit Iridium zugleich einen Betreiber übernehmen. Globalstar befürchtet, Rocket Lab könnte anschließend Iridiums Interessen gegenüber denen von Globalstar bevorzugen.
Konkret geht es um einen Unterauftrag über MDA im Wert von 143 Mio. US-Dollar für 17 Satellitenplattformen. Die ersten acht erreichten im August die Umlaufbahn. Globalstars Bedenken betreffen damit eine bestehende Lieferbeziehung und nicht lediglich eine mögliche künftige Zusammenarbeit.
Für Anleger liegt die Bedeutung in der Verbindung von Zuliefergeschäft und Betreiberinteressen. Der Auftrag macht nachvollziehbar, weshalb Globalstar die geplante Übernahme aus Kundensicht hinterfragt. Eine tatsächliche Benachteiligung ist damit allerdings nicht festgestellt: Gegenstand des Vorstoßes sind mögliche Interessenkonflikte.
Rocket Lab und Iridium drängen auf eine zügige FCC-Genehmigung. Zu Einwänden von SpaceX und Ligado erklären beide Unternehmen, diese beträfen bereits bestehende, separate Verfahren. Diese Stellungnahme bezieht sich auf jene Einwände und ist nicht als ausdrückliche Antwort auf Globalstars Bedenken zu verstehen.
Aktionärszustimmung ersetzt keine Genehmigung
Auf Eigentümerseite hat die Transaktion bereits eine wichtige Hürde genommen: Im September stimmten Iridium-Aktionäre mit 99,6% der abgegebenen Stimmen zu. Diese Unterstützung ersetzt jedoch nicht die ausstehende regulatorische Genehmigung.
Die strategischen Pläne reichen über den Eigentümerwechsel hinaus. Vorgesehen sind unter anderem eine Iridium-Konstellation mit deutlich mehr Beams je Satellit sowie erweiterte Dienste für die direkte Verbindung mit Endgeräten. Der geplante Zusammenschluss verknüpft damit Rocket Labs Zulieferrolle mit dem Ausbau von Iridiums Angeboten.
Entscheidend ist deshalb die Trennung zwischen strategischem Vorhaben und gesichertem Vollzug. Die Zustimmung der Aktionäre liegt vor, der angestrebte Abschluss bleibt an die regulatorische Prüfung gebunden. Globalstars Vorstoß ergänzt diese Prüfung um die Frage, wie Rocket Lab nach einer Übernahme mit konkurrierenden Kundeninteressen umgehen würde.
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