Die geplante milliardenschwere Übernahme von Iridium Communications nimmt bei Rocket Lab konkrete Züge an. Neben der Ausgabe von 29,3 Millionen neuen Anteilen zur Deckung des Kaufpreises beseitigte das Raumfahrtunternehmen eine wesentliche Hürde auf Seiten der Fremdkapitalgeber. Am Markt stieß die Nachricht auf ein freundliches Echo: Die Aktie legte heute um 1,8 Prozent auf 56,50 Euro zu.
Für den reibungslosen Vollzug der Akquisition war vor allem die Zustimmung der Gläubiger des Übernahmeziels erforderlich. Iridium Communications erwirkte die Genehmigung seiner Kreditgeber zur Anpassung einer Terminfazilität über 1,775 Milliarden Dollar.
Durch diesen Schritt greift die Klausel zu einem Kontrollwechsel nicht, womit eine vorzeitige Rückzahlung des Darlehens abgewendet wurde. Rocket Lab USA sagte im Gegenzug zu, nach Vollzug des Zusammenschlusses eine unbesicherte Garantie als Muttergesellschaft zu stellen.
Mit dieser Regelung verringern die beteiligten Parteien ein erhebliches Refinanzierungsrisiko. Rocket Lab stellt mit dem Zukauf die Weichen für den Ausbau seiner Geschäftstätigkeit: Neben dem Startbetrieb und der Fertigung von Raumfahrtkomponenten gewinnt der Konzern direkten Zugriff auf weltraumgestützte Kommunikationsdienste. Der endgültige Vollzug der Transaktion ist vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen für Mitte 2027 geplant.
Vollständige Finanzierung und Analystenlob
Flankiert wurde die Vereinbarung durch den Vollzug der Kapitalbeschaffung. Über ein Aktienprogramm am offenen Markt sicherte sich Rocket Lab brutto 1,944 Milliarden Dollar. Damit ist der Barkaufpreis für die geplante Übernahme vollständig gegenfinanziert, ohne dass zusätzliche Kredite zur Kaufpreiszahlung aufgenommen werden müssen.
Die strategische Positionierung findet auch bei Analysten Anklang. Das Analysehaus Raymond James startete am 11. September die Beobachtung der Aktie mit einer Einstufung auf „Outperform“. Die Experten setzten das Kursziel für den Titel bei 80 Dollar fest und begründeten ihren optimistischen Ausblick mit den Expansionsplänen des Raumfahrtunternehmens.
Technologische Fortschritte im Komponentengeschäft
Parallel zur Konsolidierung treibt der Konzern die Weiterentwicklung eigener Baugruppen voran. Am 8. September meldete Rocket Lab die Produktionsreife seiner neuen Solarzelle IMM Apex. Das Modell erreicht einen Wirkungsgrad von 31,5 Prozent bei einer um 40 Prozent geringeren Masse. Durch den Verzicht auf Germanium will das Management künftige Kostensteigerungen und Engpässe in der Beschaffungskette für Weltraum-Stromversorgungssysteme abfedern.
Auch im operativen Raketenbetrieb zeigt sich eine dichte Taktung. Eine Electron-Mission wurde vor gut einer Woche abgeschlossen, wodurch das Unternehmen sein Startprogramm im laufenden Jahr weiter ausbaute.
An der Börse bleibt der Abstand zur Rekordmarke derweil beträchtlich: Die Notierung liegt weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro. Ob die eingeleitete Expansion diese Lücke schließen kann, hängt nun maßgeblich von den ausstehenden behördlichen Freigaben ab.
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