Rocket Lab Aktie: 90-Millionen-Auftrag der Space Force

Rocket Lab verzeichnet starke operative Fortschritte und einen Großauftrag, während Insiderverkäufe und der SpaceX-Börsengang die Aktie belasten.

Auf einen Blick:
  • Space-Force-Auftrag über 90 Millionen Dollar
  • Insiderverkauf von 40.000 Aktien
  • Kursverlust von über 22 Prozent in der Woche
  • SpaceX-Börsengang als Branchenmarker

Rocket Lab startet mit operativem Rückenwind und spürbarem Börsendruck in die neue Woche. Die nächste Mission „Curveball“ soll im Juni 2026 den höheren Starttakt untermauern. Parallel rückt ein möglicher Branchenmarker näher: der erwartete Börsengang von SpaceX.

Startpläne und Space-Force-Auftrag

Operativ liefert Rocket Lab weiter Argumente für die Wachstumsstory. „Curveball“ gilt als nächster Prüfstein für die Fähigkeit, Starts verlässlicher und häufiger abzuwickeln. Genau daran misst der Markt kleinere Raumfahrtanbieter zunehmend.

Wichtiger ist aber, dass Rocket Lab längst nicht mehr nur als Startdienstleister wahrgenommen wird. Das Unternehmen hat einen Auftrag der US Space Force über 90 Millionen US-Dollar erhalten und soll zwei Satelliten für die geostationäre Erdumlaufbahn entwickeln und starten. Das stärkt den Bereich Raumfahrtsysteme, in dem höhere technische Komplexität und längere Projektlaufzeiten eine größere Rolle spielen.

Der Auftragsbestand liegt bei rund 2,2 Milliarden US-Dollar. Im Auftaktquartal stieg der Umsatz um 63,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Genau diese Mischung aus Wachstum und staatlichen Aufträgen stützt die langfristige Erzählung hinter der Aktie.

Insiderverkauf belastet die Stimmung

Kurzfristig überlagert ein anderes Signal die operativen Fortschritte. Verwaltungsratsmitglied Alexander R. Slusky verkaufte Anfang Juni 40.000 Aktien zu 123,60 US-Dollar je Stück, das Gesamtvolumen lag damit bei fast 5 Millionen US-Dollar.

Nach der Transaktion hält Slusky noch 334.675 Aktien. Sein persönlicher Bestand sank um 10,68 Prozent. Ein Insiderverkauf ist allein kein Beleg für schwindendes Vertrauen, fällt aber in eine sensible Phase nach dem jüngsten Hoch Ende Mai.

Am Freitag schloss die Aktie bei 95,50 Euro, ein Tagesminus von 7,64 Prozent; auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 22,36 Prozent. Technisch wirkt der Einbruch noch nicht wie ein kompletter Trendbruch: Der Kurs liegt über dem 50-Tage-Durchschnitt von 83,61 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 61,64 Euro, während der RSI mit 46,2 neutral bleibt.

SpaceX setzt den Bewertungsrahmen

Der erwartete SpaceX-Börsengang könnte die gesamte Branche neu vermessen. Für Mitte Juni 2026 wird eine Bewertung von rund 1,8 Billionen US-Dollar bei einem geschätzten Ausgabepreis von 135 US-Dollar je Aktie erwartet. Das wäre einer der größten Börsenstarts der Geschichte.

Für Rocket Lab ist das zweischneidig. Ein starkes Debüt könnte Kapital in Raumfahrtwerte ziehen und die Risikobereitschaft erhöhen. Ein extrem hoher Bewertungsmaßstab kann aber auch Druck erzeugen, weil Investoren kleinere Anbieter stärker an Umsatzmultiplikatoren und Skalierungstempo messen.

Hinzu kommt die Nervosität im Sektor. Blue Origin arbeitet nach der Explosion der New-Glenn-Rakete Ende Mai an einem neuen Zeitplan; Jeff Bezos hat einen Start vor Ende 2026 in Aussicht gestellt. Solche Rückschläge treffen nicht nur den direkten Verursacher, sondern dämpfen oft die Stimmung gegenüber privaten Raumfahrtwerten insgesamt.

Am Montag geht es für Rocket Lab zunächst um Stabilisierung. Danach liefern der mögliche SpaceX-Börsenstart und die „Curveball“-Mission die nächsten konkreten Prüfsteine: Ein sauberer Start im Juni würde die operative Story stützen, während ein schwaches Branchen-Sentiment die Bewertungsdebatte schnell wieder verschärfen kann.

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