Rocket Lab Aktie: 397-Millionen-Dollar-Auftrag der Space Force

Rocket Lab präsentiert Q2-Ergebnisse mit erwartetem Umsatzplus von 60 Prozent. Analysten blicken gespannt auf den Neutron-Zeitplan.

Auf einen Blick:
  • Umsatzprognose: 231 Millionen Dollar
  • Space-Force-Auftrag über 397 Millionen
  • Neutron-Erstflug auf Q4 verschoben
  • CEO verkauft Aktien im Handelsplan

Am morgigen Montag wird das US-Raumfahrtunternehmen Rocket Lab nach Börsenschluss seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorlegen. Die Veröffentlichung wird mit Spannung erwartet, da der Konzern zuletzt wichtige technologische Fortschritte verzeichnete und Großaufträge sichern konnte. Analysten prognostizieren für das abgelaufene Quartal einen deutlichen Umsatzsprung im Vergleich zum Vorjahr, während der Fokus der Anleger vor allem auf der Entwicklung der neuen Neutron-Rakete liegt.

Hohe Erwartungen an das zweite Quartal

Der Konsens der Analysten rechnet für das zweite Quartal mit einem Umsatz von rund 231 Millionen US-Dollar. Dies würde einer Steigerung von etwa 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprechen. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie wird im Mittel ein Verlust von 0,05 bis 0,06 US-Dollar erwartet. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2026 belief sich der Umsatz auf 200,35 Millionen US-Dollar, was bereits einem Plus von 63,4 Prozent im Jahresvergleich entsprach, bei einem Verlust von 0,07 US-Dollar pro Aktie.

Trotz der anhaltenden operativen Verluste zeigen sich Marktbeobachter optimistisch gestimmt. Ein wesentlicher Treiber für das Vertrauen ist die wachsende Auftragspipeline. Erst am 4. August gab Rocket Lab den Gewinn eines Vertrags mit der US Space Force im Wert von 397 Millionen US-Dollar bekannt. Dieser umfasst die Bereitstellung von Satelliten für das SB-AMTI-Programm, die voraussichtlich mit der künftigen Neutron-Trägerrakete ins All befördert werden sollen.

Großaufträge und technologische Meilensteine

Das Hauptaugenmerk der kommenden Berichterstattung dürfte auf dem Zeitplan für die Neutron-Rakete liegen. Zuletzt meldete das Unternehmen einen wichtigen Erfolg: Das Archimedes-Vakuumtriebwerk absolvierte einen Testlauf über die volle Brenndauer. Dennoch bleibt der Zeitplan ambitioniert. Nachdem ein Fehler bei Tanktests bekannt wurde, verschob sich der geplante Erstflug der Neutron auf das vierte Quartal 2026. Bisher sind bereits fünf Starts für diesen neuen Raketentyp fest gebucht.

Parallel dazu setzt Rocket Lab sein Kerngeschäft erfolgreich fort. Mit der Electron-Rakete wurde kürzlich die 92. Mission erfolgreich abgeschlossen. CEO Peter Beck wies unterdessen auf die zunehmenden Herausforderungen durch Weltraumschrott hin, die bereits Auswirkungen auf die Startplanung der Branche haben. Rocket Lab hat bisher 55 eigene Satelliten in den Orbit gebracht und positioniert sich in einem Marktumfeld, in dem Dienstleistungen zur Trümmerbeseitigung laut Branchenexperten an Bedeutung gewinnen könnten.

Analystenbewertung und strategische Insider-Verkäufe

Im Vorfeld der Zahlen haben mehrere Analysehäuser ihre Einschätzungen aktualisiert. Die Analysten von Needham veranschlagen ein Kursziel von 120 US-Dollar, während die Experten der Bank of America ihr Ziel bei 115 US-Dollar sehen. Der allgemeine Marktkonsens stuft das Papier mehrheitlich als Kauf ein. Kritische Stimmen, darunter Marktkommentatoren wie Jim Cramer, bezeichnen die Bewertung jedoch als spekulativ und verweisen auf das hohe Kurs-Umsatz-Verhältnis im Vergleich zu Wettbewerbern.

In den Fokus rückten zudem Transaktionen von Unternehmensinsidern. CEO Peter Beck hat in den vergangenen sechs Monaten rund 3,29 Millionen Aktien veräußert. Diese Verkäufe erfolgten jedoch nicht diskretionär, sondern im Rahmen eines bereits am 27. März 2026 festgelegten Handelsplans gemäß der US-Regel 10b5-1. Solche Pläne dienen der automatisierten Abwicklung von Verkäufen zu vordefinierten Zeitpunkten, um den Anschein von Insiderhandel zu vermeiden.

Am Freitag kletterte die Aktie im deutschen Handel um 8,65 Prozent und schloss bei 71,60 Euro. Trotz der jüngsten Erholung notiert das Papier damit noch signifikant unter seinem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro. Die morgen anstehenden Quartalszahlen werden zeigen, ob das Unternehmen die hohen Wachstumserwartungen fundamental untermauern kann.

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