Rocket Lab Aktie: 3,21 Prozent nach SpaceX-Schock

Rocket Lab erholt sich nach SpaceX-Börsengang und zeigt Stabilität trotz verschobener Mission und geheimem Raketenflug.

Auf einen Blick:
  • Aktie steigt um 3,21 Prozent
  • Mysteriöser HASTE-Testflug beobachtet
  • 90. Electron-Start verschoben
  • Analysten sehen Kurspotenzial

Rocket Lab erholt sich. Nach einem turbulenten Monat gewinnt die Aktie am Mittwoch 3,21 Prozent auf 93,30 Euro — und das trotz eines Missionsverzögerung und Fragezeichen rund um einen ungewöhnlichen Raketenflug.

Mysteriöser Orbit und verschobener Start

Am 17. Juni beobachtete Astronom Jonathan McDowell, dass Rocket Labs HASTE-Suborbitalrakete beim Testflug „Curveball“ unerwartet eine niedrige Erdumlaufbahn erreichte — auf etwa 120 Meilen Höhe bei einer Inklination von 40 Grad. Nutzlast und Missionsziel blieben geheim. Marktbeobachter vermuten einen Spezialauftrag der U.S. Space Force. Eine offizielle Stellungnahme von Rocket Lab steht aus.

Parallel dazu verschob das Unternehmen seinen 90. Electron-Raketenstart. Die Mission „Ten Owl Of Ten“ — ursprünglich für den 18. Juni geplant — braucht zusätzliche Vorflugchecks. Sie soll den SAR-Satelliten StriX für den japanischen Kunden Synspective ins All bringen. Anleger auf Plattformen wie Stocktwits reagierten gelassen: Der Vertrag mit Synspective umfasst 17 weitere Missionen bis 2030.

SpaceX-IPO trifft den ganzen Sektor

Der eigentliche Kursdrücker kam von außen. Nach dem Börsengang von SpaceX am 12. Juni 2026 verkauften institutionelle Investoren Positionen in anderen Raumfahrtaktien — um Liquidität für SpaceX-Anteile freizumachen. Rocket Lab fiel dabei von seinem 52-Wochen-Hoch bei 133,80 Euro auf zeitweise unter 80 Euro. Die Marktkapitalisierung schrumpfte von rund 87 Milliarden auf etwa 60 Milliarden Dollar.

Der heutige Kursanstieg deutet auf eine Stabilisierung hin. Die Aktie notiert wieder klar über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 89,55 Euro. Der RSI liegt bei 47 — weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bleibt mit 136,59 Prozent extrem hoch.

Fundamentaldaten stützen die Bullen

Trotz des 30-Tage-Minus von 17 Prozent bleibt die operative Geschichte intakt. Im ersten Quartal 2026 steigerte Rocket Lab den Umsatz um 63 Prozent auf 200,3 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand liegt bei 2,2 Milliarden Dollar.

Stifel hält an einem Kursziel von 132 Dollar fest und empfiehlt die Aktie zum Kauf. KeyBanc-Analyst Michael Leshock sieht sogar 135 Dollar als fairen Wert. Beide Ziele liegen deutlich über dem aktuellen Kurs — und setzen voraus, dass Rocket Labs Neutron-Rakete wie geplant im vierten Quartal 2026 ihren Erstflug absolviert. Das bleibt der entscheidende Katalysator für die nächste Bewertungsstufe.

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