Rocket Lab Aktie: 207 Prozent Jahresplus vor Iridium-Abschluss

Rocket Lab kauft Iridium für acht Milliarden Dollar und steigt zum Raumfahrt-Komplettanbieter auf. Analysten heben die Kursziele deutlich an.

Auf einen Blick:
  • Acht-Milliarden-Übernahme von Iridium
  • Aufstieg zum Komplettanbieter im All
  • Analysten erhöhen Kursziele massiv
  • Neutron-Rakete startet im vierten Quartal

Rocket Lab greift nach den Sternen und kauft Iridium. Für acht Milliarden US-Dollar formt das Management einen neuen Raumfahrtgiganten. Die Börse reagiert am Mittwoch besonnen. Die Aktie notiert bei 89,40 Euro und blickt auf ein massives Zwölf-Monats-Plus von 207 Prozent. Langfristig ändert der Deal jedoch alles. SpaceX bekommt ernsthafte Konkurrenz.

Der Weg zum Komplettanbieter

Die Übernahme katapultiert Rocket Lab in eine neue Liga. Bisher baute und startete das Unternehmen Raketen. Künftig betreibt es auch ein eigenes Satellitennetzwerk. Iridium bringt 66 aktive Satelliten im L-Band-Spektrum mit. Dazu kommen 2,5 Millionen zahlende Kunden aus Regierung, Militär und Wirtschaft. Rocket Lab spart sich so den jahrelangen Aufbau einer eigenen Infrastruktur.

Der Kaufpreis von 54 US-Dollar je Iridium-Aktie fließt in bar und in eigenen Anteilen. Aktionäre erhalten 27 Dollar als Barabfindung. Der Rest wird über einen variablen Aktientausch abgewickelt. Um das zu finanzieren, hat sich Rocket Lab einen Brückenkredit gesichert. Deutsche Bank und Wells Fargo stellen 3,6 Milliarden Dollar für knapp ein Jahr bereit. Den Rest stemmt der Konzern aus eigenen Mitteln.

Wall Street hebt die Kursziele

Die Analysten reagieren prompt auf den neuen Kurs. Fünf große Häuser bestätigen ihre Kaufempfehlungen und schrauben die Kursziele massiv nach oben:

  • Roth MKM: Ziel von 100 auf 130 US-Dollar
  • Citizens: Ziel von 95 auf 130 US-Dollar
  • Needham: Ziel auf 120 US-Dollar
  • Craig-Hallum: Ziel von 98 auf 120 US-Dollar
  • BofA Securities: Ziel von 105 auf 115 US-Dollar

Starkes Kerngeschäft stützt den Deal

Der Zukauf trifft auf ein florierendes operatives Geschäft. Zum Jahresauftakt stieg der Umsatz um gut 63 Prozent auf rund 200 Millionen Dollar. Die Auftragsbücher sind mit über 2,2 Milliarden Dollar prall gefüllt.

Allein im ersten Quartal sicherte sich Rocket Lab 31 neue Startverträge. Hinzu kommen lukrative Rüstungsaufträge. Das US-Verteidigungsministerium buchte Hyperschall-Testflüge für 190 Millionen Dollar. Auch Anduril Industries bestellte Tests für weitere 30 Millionen Dollar. Kurz gesagt: Das Kerngeschäft liefert.

Der wahre Härtetest steht allerdings noch aus. Im vierten Quartal 2026 soll die neue Neutron-Rakete erstmals starten. Sie zielt direkt auf das Marktsegment der Falcon 9 von SpaceX. Mit einem Preis von bis zu 55 Millionen Dollar pro Start vervielfacht Neutron das Umsatzpotenzial pro Mission. Gelingt der Erstflug planmäßig, kann Rocket Lab die Iridium-Übernahme mit voller Wucht ausspielen.

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