Rocket Lab liefert operative Rekorde am Fließband. Die Auftragsbücher quellen über. Trotzdem verlor das Papier zuletzt massiv an Boden. Der Grund dafür liegt nicht in Neuseeland, sondern bei der Konkurrenz.
Am Dienstag notiert die Aktie bei 94,70 Euro. Auf Monatssicht verbucht das Papier ein Minus von fast 16 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Gewinn von rund 46 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Auslöser für die jüngste Schwäche war der historische Börsengang von SpaceX.
Elon Musks Raumfahrtunternehmen erreichte beim Debüt eine Bewertung von über 2,1 Billionen US-Dollar. Zunächst hofften Investoren auf einen positiven Abstrahleffekt für die gesamte Branche. Am Ende saugte der Mega-Börsengang schlichtweg das Kapital aus dem Sektor. Die Folge: Rocket Lab stürzte am Tag des SpaceX-Debüts um fast elf Prozent ab.
Operativ läuft es für Rocket Lab glänzend. Am Startkomplex in Neuseeland warten so viele Electron-Raketen wie nie zuvor auf ihren Einsatz. Bereits am 17. Juni soll die nächste Mission für das japanische Unternehmen Synspective starten. Bislang hat Rocket Lab mehr als 80 Starts absolviert.
Diese hohe Taktung spiegelt sich in den Zahlen wider. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um gut 63 Prozent auf rund 200 Millionen US-Dollar. Der Auftragsbestand verdoppelte sich zeitgleich auf einen neuen Rekordwert. Allein im Auftaktquartal verkaufte das Management 31 neue Raketenstarts.
Hoffnungsträger Neutron
Neben der leichten Electron-Rakete ruhen die Hoffnungen auf dem größeren Modell Neutron. Rocket Lab hat dafür nun die Startgenehmigungen bei der US-Luftfahrtbehörde FAA beantragt. Das Zeitfenster für den Erstflug öffnet sich am 1. Juli 2026. Ein Rückschlag bei Tests im Januar ist laut Analysten von KeyBanc vollständig behoben.
Die Nachfrage nach der neuen Rakete ist bereits hoch. Fünf feste Startverträge konnte das Unternehmen im ersten Quartal abschließen. Ein erfolgreicher Erstflug würde Rocket Lab in direkte Konkurrenz zu SpaceX bringen. Damit wächst der adressierbare Markt für große Regierungsmissionen massiv.
Analysten bleiben optimistisch
Die Experten blicken mehrheitlich positiv auf die Aktie. Stifel hob das Kursziel kürzlich auf 132 US-Dollar an und rät zum Kauf. KGI Securities startete die Bewertung neutral mit einem Ziel von 105 US-Dollar. Das durchschnittliche Konsensziel liegt bei knapp 103 US-Dollar.
Der nächste wichtige Termin steht kurz bevor. Am 22. Juni rückt Rocket Lab in den Nasdaq-100 auf. Dieser Index-Aufstieg zwingt viele Fonds zum Kauf der Aktie. Hält die operative Dynamik an, könnte das Papier den jüngsten SpaceX-Schock schnell verdauen.
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