Starke Auftragsbücher, schwächelnde Kurse. Bei Rocket Lab klaffen Anspruch und Marktrealität derzeit auseinander. Nach einem Kursrückgang von knapp zwölf Prozent in sieben Tagen steht das Management unter Druck. Finanzchef Adam Spice musste sich auf der Wells-Fargo-Konferenz den Fragen der Investoren stellen.
Volle Auftragsbücher, hohe Erwartungen
Das Fundament des Raumfahrtunternehmens wächst rasant. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Umsatz um rund 64 Prozent. Er erreichte den Rekordwert von 200,3 Millionen US-Dollar.
Parallel dazu stieg der Auftragsbestand massiv an. Er liegt nun bei 2,2 Milliarden US-Dollar.
Rocket Lab sicherte sich zuletzt 31 neue Verträge für seine Electron-Rakete. Hinzu kommen fünf Starts für die neue Neutron-Trägerrakete. Insgesamt umfasst das Startmanifest nun über 70 Missionen.
Die Kassen sind derweil prall gefüllt. Das Unternehmen verfügt über mehr als zwei Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln. Dieses Geld fließt unter anderem in die Entwicklung der Neutron-Rakete. Der Erstflug des mittelschweren Trägersystems soll noch Ende 2026 erfolgen.
Rüstungsaufträge stützen den Kurs
Neben kommerziellen Starts rückt das Militärgeschäft in den Fokus. Ende Mai passierte Rocket Lab eine wichtige technische Prüfung der US-Raumfahrtbehörde SDA. Dabei geht es um ein Satellitennetzwerk zur Raketenwarnung. Insgesamt belaufen sich die SDA-Aufträge des Unternehmens auf über 1,3 Milliarden US-Dollar.
Diese Fortschritte müssen nun eine sportliche Bewertung rechtfertigen. Die Aktie notiert aktuell bei 91,00 Euro. Auf Jahressicht steht damit ein massives Plus von 282 Prozent auf der Anzeigetafel. Dennoch hat der Titel seit seinem Rekordhoch im Mai fast 32 Prozent eingebüßt.
Die Volatilität bleibt extrem hoch. Kein Wunder. Der Kurs liegt zwar noch knapp über der 50-Tage-Linie. Ein weiterer Rücksetzer könnte das Chartbild jedoch eintrüben. Die Anleger fordern nun fehlerfreie Ausführung.
Der nächste Meilenstein
Der nächste Härtetest steht bereits fest. Für das zweite Quartal peilt das Management einen Umsatz von 225 bis 240 Millionen US-Dollar an. Im gleichen Schritt rechnet Rocket Lab mit einem operativen Verlust von bis zu 26 Millionen US-Dollar.
Liefert das Unternehmen diese Zahlen, dürfte das Vertrauen in die Wachstumsstory intakt bleiben. Verzögert sich jedoch das Neutron-Programm, droht der Aktie ein Test der 200-Tage-Linie bei rund 62 Euro.
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