Rocket Lab: 816-Millionen-Auftrag der Space Development Agency

Rocket Lab verzeichnet 62 Prozent Umsatzplus, sichert Großaufträge über 1 Milliarde US-Dollar und treibt die Iridium-Übernahme mit neuer Brückenfinanzierung voran.

Auf einen Blick:
  • Umsatzsprung um 62 Prozent
  • Größter Einzelauftrag der Firmengeschichte
  • Kartellrechtliche Hürde für Iridium-Deal genommen
  • Neutron-Rakete besteht wichtige Triebwerkstests

Das Raumfahrtunternehmen Rocket Lab USA treibt seine Expansion durch bedeutende Großaufträge, operative Erfolge im Orbit und Fortschritte bei der geplanten Milliardenübernahme von Iridium voran.

Mit einem Umsatzsprung von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und dem erfolgreichen Start neuer Satellitenplattformen am vergangenen Wochenende festigt der Konzern seine Position als einer der aktivsten Akteure im kommerziellen und staatlichen Raumfahrtsektor.

Operative Fortschritte im Orbit

Am Samstagabend brachte Rocket Lab von Cape Canaveral aus acht Satellitenplattformen für MDA Space erfolgreich in den Orbit. Diese Einheiten sind Teil einer Konstellation für den Kommunikationsdienstleister Globalstar. Laut Unternehmensangaben handelt es sich um Plattformen des Typs Lightning mit einem Gewicht von jeweils rund 500 Kilogramm.

CEO Peter Beck betonte die Bedeutung der vertikalen Integration für diesen Auftrag, der insgesamt 17 Plattformen umfasst und ein Volumen von 143 Millionen US-Dollar erreicht. Alle acht Satelliten wurden nach dem Aussetzen als betriebsbereit gemeldet.

Parallel dazu baut das Unternehmen seine Rolle als wichtiger Partner für US-Behörden aus. Rocket Lab sicherte sich einen Vertrag der US Space Development Agency (SDA) über 816 Millionen US-Dollar für die Entwicklung und den Bau von 18 Satelliten zur Raketenverfolgung. Dies stellt den bislang größten Einzelauftrag in der Firmengeschichte dar. Zusätzlich wurde eine Vereinbarung über 190 Millionen US-Dollar für 20 Testflüge mit der Hyperschall-Rakete HASTE geschlossen.

Strategische Weichenstellungen und Akquisitionen

Ein zentraler Pfeiler der künftigen Unternehmensstrategie ist die Übernahme des Satellitenbetreibers Iridium. In diesem Prozess wurde am 12. August eine wichtige kartellrechtliche Hürde genommen, als die Wartefrist nach dem Hart-Scott-Rodino Act ablief.

Um die Transaktion zu finanzieren, hat Rocket Lab seine Pläne angepasst und arbeitet mit der Deutschen Bank sowie Wells Fargo an einer Brückenfinanzierung in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar. Ziel ist es, bestehende Kreditlinien von Iridium in Höhe von rund 1,775 Milliarden US-Dollar beizubehalten und durch neue Kapitalmarktprogramme zu ergänzen.

Zur Stärkung der Präsenz auf dem europäischen Markt wurde zudem die Rocket Lab Germany GmbH gegründet. Die deutsche Tochtergesellschaft soll als Drehscheibe für die Satellitenproduktion und Startdienste fungieren. Damit reagiert das Unternehmen auf die steigenden Investitionen in die europäische Raumfahrt-Verteidigung, die bis zum Jahr 2030 auf rund 35 Milliarden Euro geschätzt werden.

Mit 13 geplanten Starts der Electron- und HASTE-Raketen im laufenden Jahr übertrifft das Unternehmen derzeit die Startfrequenz etablierter europäischer Trägersysteme deutlich.

Finanzergebnisse und Analysteneinschätzungen

Im zweiten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 234,1 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 8,83 Millionen US-Dollar, was einer Marge von minus 3,8 Prozent entspricht. Für das dritte Quartal prognostiziert die Unternehmensführung einen weiteren Umsatzanstieg auf 257,5 Millionen US-Dollar.

Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 80,25 USD, was einem Zuwachs von 19 Prozent innerhalb der letzten 30 Tage entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Erholung notiert das Papier noch immer rund 47 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 151,00 USD.

Analysten bewerten die Aussichten des Unternehmens überwiegend positiv, insbesondere mit Blick auf die Entwicklung der neuen Neutron-Rakete. Das Archimedes-Triebwerk für dieses Trägersystem hat kürzlich wichtige Qualifikationstests bestanden, wobei der Erstflug für die erste Jahreshälfte 2027 angestrebt wird.

Experten von Häusern wie Needham und Roth sehen das Potenzial für Kurssteigerungen und geben Zielmarken zwischen 120 USD und 130 USD aus. Im Fokus der Investoren bleiben dabei die künftige Cash-Burn-Rate und die Skalierung der Neutron-Produktion.

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