Rocket Lab: 8 Prozent Minus nach SpaceX-IPO

Der Börsengang von SpaceX verändert die Dynamik im Raumfahrtsektor. Rocket Lab verzeichnet starke Kursschwankungen und muss sich neu positionieren.

Auf einen Blick:
  • Rocket Lab mit Kursschwankungen von neun Prozent
  • SpaceX-Börsengang als Auslöser für Verkäufe
  • Umsatzwachstum auf 200 Millionen Dollar
  • Hohe Bewertung trotz anhaltender Verluste

Der Börsengang von SpaceX hat die Spielregeln im Raumfahrtsektor verändert. Rocket Lab spürt das unmittelbar — und die Kursbewegungen der vergangenen Tage zeigen, wie nervös der Markt geworden ist.

Breite Kursspanne als Warnsignal

Am 19. Juni notierte die Aktie bei rund 107 Dollar. Die Tagesspanne reichte von 101 bis 111 Dollar — ein Ausschlag von mehr als neun Prozent. Das Handelsvolumen lag bei rund 70 Millionen Aktien. Solche Schwankungen signalisieren keine Panik, aber echte Unsicherheit darüber, was die Aktie wert ist.

Der Auslöser liegt gut eine Woche zurück. Als SpaceX am 12. Juni an die Börse kam, verkauften viele Investoren ihre kleineren Raumfahrttitel. Rocket Lab fiel an diesem Tag um rund acht Prozent. Intuitive Machines verlor elf Prozent, AST SpaceMobile sogar mehr als zwölf.

SpaceX als neuer Maßstab

SpaceX legte am ersten Handelstag um 28 Prozent zu und erreichte eine Bewertung von über zwei Billionen Dollar. Das zieht Kapital an — und zwingt Investoren, ihre Positionen in anderen Raumfahrtwerten zu überdenken.

Rocket Lab war lange die sichtbarste Möglichkeit, auf das Thema kommerzielle Raumfahrt zu setzen. Diese Rolle ist nun weniger exklusiv. Wer Kapital für SpaceX freimachen wollte, hat Rocket Lab-Aktien verkauft.

Starkes Wachstum, hohe Bewertung

Die Fundamentaldaten sind nicht das Problem. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 200 Millionen Dollar — gegenüber 123 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust schrumpfte auf 45 Millionen Dollar. Die GAAP-Bruttomarge erreichte mit 38,2 Prozent einen Rekordwert.

Das Unternehmen meldete außerdem einen Auftragsbestand von 2,2 Milliarden Dollar und mehr als 70 fest gebuchte Starts. Die Liquidität übersteigt zwei Milliarden Dollar.

Das Bewertungsproblem ist ein anderes. Auf Basis des ersten Quartals und der aktuellen Marktkapitalisierung von rund 65 Milliarden Dollar ergibt sich ein Umsatzmultiple von etwa 81. Das ist selbst nach dem jüngsten Kursrückgang ein hoher Preis für ein Unternehmen, das noch Verluste schreibt.

Zweites Quartal als nächster Test

Für das zweite Quartal 2026 erwartet Rocket Lab einen Umsatz zwischen 225 und 240 Millionen Dollar. Die GAAP-Bruttomarge soll bei 33 bis 35 Prozent liegen, das bereinigte EBITDA zwischen minus 20 und minus 26 Millionen Dollar.

Diese Ziele geben Investoren konkrete Anhaltspunkte. Trifft das Unternehmen die Prognose, liefert es das Argument, das die Bewertung stützen kann. Verfehlt es sie, dürfte der Druck auf die Aktie zunehmen — zumal SpaceX als direkter Vergleichsmaßstab nun täglich sichtbar ist.

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