Rocket Lab: 8 Prozent Minus am Nasdaq-100-Tag

Rocket Lab verliert am Tag der Nasdaq-100-Aufnahme rund acht Prozent. Trotz starkem Umsatzwachstum und Rüstungsauftrag belasten Gewinnmitnahmen den Kurs.

Auf einen Blick:
  • Kursverlust von acht Prozent
  • Umsatzplus von 63,5 Prozent
  • Neuer Rüstungsvertrag mit US Space Force
  • Aktie unter 50-Tage-Durchschnitt

Der Eintritt in den Nasdaq-100 sollte ein Meilenstein sein. Stattdessen verliert die Rocket Lab Aktie am Tag der Indexaufnahme rund acht Prozent und fällt auf 98,50 USD. Passiver Kaufdruck allein schützt nicht vor Gewinnmitnahmen.

Aufnahme, Ausverkauf, Widerspruch

Nasdaq hatte Rocket Lab im Rahmen seiner Quartalsrebalancierung für Juni 2026 in den Nasdaq-100 aufgenommen — zusammen mit Astera Labs, CoreWeave, Nebius Group und Teradyne. Fünf andere Unternehmen, darunter Zscaler und Cognizant, wurden herausgenommen.

Die Marktreaktion fiel ernüchternd aus. Über sieben Tage verliert die Aktie knapp zehn Prozent. Über 30 Tage sind es sogar 27 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 151,00 USD, erst Ende Mai erreicht, liegt jetzt 35 Prozent entfernt.

Auf Jahressicht bleibt das Bild anders. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 30 Prozent. Über zwölf Monate hat sich der Kurs mehr als verdreifacht. Der Widerspruch ist offensichtlich: Die große Wachstumsgeschichte ist intakt, aber die Bewertung wird gerade neu kalibriert.

Starke Zahlen, aber hohe Erwartungen

Die Fundamentaldaten liefern keinen Grund zur Panik. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 200,3 Millionen USD — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand kletterte auf 2,2 Milliarden USD, ein Anstieg von über 20 Prozent zum Vorquartal.

Der Nettoverlust schrumpfte auf 45 Millionen USD, nach 61 Millionen USD im Vorjahreszeitraum. Die GAAP-Bruttomarge lag bei 38,2 Prozent.

Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 225 und 240 Millionen USD. Die Bruttomarge soll zwischen 33 und 35 Prozent liegen. Das zeigt: Das Wachstum setzt sich fort, aber die Margen stehen unter Druck.

Rüstungsauftrag als Anker

Zusätzlichen Rückhalt liefert ein 90-Millionen-USD-Vertrag mit dem U.S. Space Force Space Systems Command. Rocket Lab soll zwei geostationäre Satelliten mit Heimdall-Weltraumüberwachungsnutzlasten bauen, integrieren und betreiben. Es ist das erste Satellitenprogramm des Unternehmens für geostationäre Umlaufbahn — und ein konkreter Beleg für die wachsende Rolle im nationalen Sicherheitsbereich.

Technisch handelt Rocket Lab derzeit unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 104,54 USD. Der RSI von 42,3 signalisiert Schwäche, aber noch keine überverkaufte Zone. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 100 Prozent zeigt, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Die Indexaufnahme mag die Aktionärsbasis langfristig verbreitern. Kurzfristig verlangt der Markt Beweise: steigende Margen, konvertierter Auftragsbestand, skalierbare Umsätze. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob Rocket Lab diesen Beweis liefert.

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