Ein schwieriger Wochenausklang für Rocket Lab. Die Aktie des Raumfahrtunternehmens fiel am Freitag um 4,16 Prozent auf 141,87 US-Dollar und gab damit einen Teil ihrer beeindruckenden Rallye ab. Seit Jahresbeginn steht weiterhin ein Plus von 86,7 Prozent, allein im letzten Monat gewann der Titel 84,2 Prozent.
Der Druck kam gleich von zwei Seiten. Zum einen belasteten großvolumige Insiderverkäufe – zum anderen ein branchenweiter Ausverkauf, ausgelöst durch die Explosion einer Blue-Origin-Rakete.
Insiderverkäufe im Mai
SEC-Unterlagen zufolge haben mehrere Führungskräfte von Rocket Lab im Mai Aktien im Wert von rund 43,5 Millionen Dollar abgestoßen. Am 26. Mai verkaufte Finanzvorstand Adam Spice 62.744 Aktien zu durchschnittlich 142,57 Dollar – ein Volumen von rund 8,95 Millionen Dollar. Einen Tag später folgte Senior Vice President Arjun Kampani mit 70.000 Aktien bei 145,13 Dollar (10,16 Millionen).
Viele der Verkäufe erfolgten über vorgefasste Handelspläne und dienten offenbar der Steuerbegleichung nach dem Ausüben von Aktienoptionen. Spice hält nach wie vor direkt knapp eine Million Aktien.
Sektor im Schockzustand
Zeitgleich erschütterte eine Explosion der New-Glenn-Rakete von Blue Origin während eines statischen Testfeuers am 29. Mai die gesamte Branche. Rocket Lab verlor im Tagesverlauf zwischenzeitlich rund sechs Prozent, konnte einen Teil der Verluste aber wettmachen. Andere Raumfahrtwerte wie AST SpaceMobile und Redwire brachen zweistellig ein.
Gegen diesen Gegenwind setzte Rocket Lab positive Nachrichten. Am 29. Mai schloss das Unternehmen die Übernahme von Motiv Space Systems ab. Die Einheit firmiert nun als Rocket Lab Robotics und liefert Mars-qualifizierte Roboterarme. Zudem passierte der Konzern erfolgreich die Systemanforderungsüberprüfung für einen 816-Millionen-Dollar-Auftrag der US-Raumfahrtbehörde SDA.
Bewertung auf dem Prüfstand
Die Aktie notiert 55 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 61 signalisiert eine neutrale Verfassung – überhitzt wirkt der Kurs noch nicht, doch die Luft wird dünner. Analysten vergeben zwar ein „Moderate Buy“-Rating, der durchschnittliche Kursziel liegt mit rund 104 Dollar aber deutlich unter dem aktuellen Niveau. Institutionelle Investoren zeigen sich weiterhin interessiert, 45 Hedgefonds halten Positionen.
Angesichts des rasanten Kursanstiegs und einer aktuellen Bewertung, die das von Analysten geschätzte faire Niveau um fast 98 Prozent übersteigt, dürfte die Aktie kurzfristig anfällig für Rücksetzer bleiben. Die Marke von 150 Dollar – das 52-Wochen-Hoch vom 27. Mai – könnte in den kommenden Tagen zur entscheidenden Hürde werden.
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